Ausgrabung in Johanniskirche

Goldbordüre und Stoffschuhe: Sarkophag in Mainz geöffnet

Das Forscherteam hebt den Sarkophag-Deckel ab. Foto: Andreas Arnold FOTO: Andreas Arnold

Mainz. Bei der Öffnung eines etwa tausend Jahre alten Sarkophags in der Mainzer Johanniskirche haben Forscher die Überreste eines Geistlichen vorgefunden, können diesen aber noch nicht identifizieren.

Ob es sich um den 1021 gestorbenen Mainzer Erzbischof Erkanbald handle, werde jetzt weiter untersucht, sagte Forschungsleiter Guido Faccani.

Dass es sich bei dem Toten um einen Kleriker handeln muss, schließen die Wissenschaftler aus den Gewandresten und der Lage des Grabes im Mittelschiff der Kirche mit Blick nach Osten, zum Hauptaltar. Die Archäologen fanden in dem Steinsarg eine Goldbordüre am Kopf und ein weiteres Goldstück im Unterschenkelbereich des Toten, vermutlich Teil einer Kopfbedeckung und eines Gewandsaums. Außerdem wurden nach Angaben Faccanis Stoffreste und Überreste von fein gearbeiteten Stoffschuhen vorgefunden.

In den nächsten Tagen soll nach weiteren Metallen gesucht werden. Anhand von Gewebe- und Knochenproben sind auch DNA-Untersuchungen sowie die zeitliche Einordnung mit Hilfe der Radiokarbonmethode (C14-Datierung) geplant. Der Gestorbene wurde nach Angaben Faccanis bei seiner Bestattung wahrscheinlich mit Ätzkalk bedeckt, um den Verwesungsprozess zu beschleunigen. Auch weise der Sarkophag im Inneren Bearbeitungsspuren auf, was weiter untersucht werde, sagte Faccani.

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