Schnellschuss im Louvre

Ein Selfie mit der Mona Lisa

Gedränge vor der Mona Lisa. Foto: Sabine Glaubitz FOTO: Sabine Glaubitz

Paris. Gedrängt stehen die Menschen, recken ihre Smartphones und Tablets hoch, posieren, machen zahllose Selfies. Tagein tagaus gibt es dieses Schauspiel im Pariser Louvre - vor der Mona Lisa.

Das weltberühmte Bild, das Leonardo da Vinci vor mehr als 500 Jahren geschaffen hat, lockt alljährlich Millionen von Besuchern an. Es gehört zu den meist besuchten Kunstwerken der Welt - und wird doch kaum betrachtet.

Denn die durchschnittliche Verweildauer vor der Frau mit dem geheimnisvollen Lächeln wird laut Louvre auf weniger als eine Minute geschätzt. Ein Besuch an einem normalen Werktag, außerhalb von Ferienzeiten und der Touristensaison, bestätigt das Phänomen. Um neun Uhr wird geöffnet, und bereits kurz danach stürmen die ersten Hundertschaften den Saal der La Joconde, wie das Frauenbild aus der Hochphase der italienischen Renaissance auf Französisch heißt.

„Zumindest einmal fotografieren“ dringt es aus einer kleinen Gruppe Deutscher heraus, bevor es nach dem Schnellschuss weitergeht. „I get it. It is in the box. Where to go next“, triumphiert ein junger Amerikaner. Auf Deutsch: Ich habe es. Es ist im Kasten. Wohin geht es jetzt?

top