Luftschlösser aus Beton

Deutschlands Kulturbauten haben es schwer

Oper und Schauspielhaus in Köln. Die Wiedereröffnung war für November 2015 vorgesehen. Weniger als vier Monate vorher wurde sie abgesagt. Foto: Henning Kaiser FOTO: Henning Kaiser

Berlin. Das Projekt wuchs Richard Wagner über den Kopf. Zwischen Grundsteinlegung und Eröffnung seines Festspielhauses in Bayreuth durchlitt der Komponist vier quälende Jahre. Das Geld ging aus, Gönner sprangen ab.

1878 konnte er es endlich einweihen. „Ich habe nicht geglaubt, dass sie es zustande bringen würden - sagte mir der Kaiser.“ So erinnerte sich Wagner (1813-1883) später.

Kostenexplosionen, Fehlplanungen, geplatzte Termine - Kulturbauten in Deutschland, das zeigt der Fall Wagner, hatten es selten leicht. Auch an jüngeren Beispielen mangelt es nicht. Von der Elbphilharmonie bis zum Berliner Stadtschloss: Bei den mit Steuergeldern finanzierten Vorhaben muss im besten Fall nachjustiert werden, im schlimmsten sind jahrelange Verzögerungen und Skandale mit im Spiel.

Die jetzt verschobene Eröffnung des Humboldt Forums in Berlin ist dabei vergleichsweise glimpflich. Die für 600 Millionen Euro errichtete Schlosskopie ist im Kostenrahmen und wenn alles gut geht, können die Probleme bei Klimaanlage und Brandschutz relativ schnell behoben werden. Die Verantwortlichen im Innen- und Bauministerium rechnen mit einer Eröffnung im kommenden Jahr.

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