Filmfestival

Deutsches Kino trumpft in Locarno auf

Locarno steht dieser Tage ganz im Zeichen des Films. Foto: Urs Flueeler/Keystone FOTO: Urs Flueeler

Locarno. Beim 72. Internationalen Filmfestival im Schweizer Locarno trumpft das deutsche Kino auf. Die Firma Komplizen Film erhielt bereits zu Beginn den Premio Raimondo Rezzonico, eine der weltweit wichtigsten Ehrungen für Filmproduzenten.

Bekannt wurde die Firma 2016 mit „Toni Erdmann“ von Autorin-Regisseurin Maren Ade. Sie gehört zu den Gründern von Komplizen Film und nahm die Auszeichnung mit dem übrigen Leitungsteam auf der Piazza Grande des malerischen Ortes entgegen.

Komplizen Film punktete daneben auch schon im diesjährigen Wettbewerb, in dem 17 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt um den Hauptpreis des Festivals, den Goldenen Leoparden, konkurrieren: Der von der Produktionsfirma mitfinanzierte brasilianisch-französisch-deutsche Spielfilm „A Febbre“ („Fieber“) entwirft in suggestiven Bildern das Porträt eines indigenen Arbeiters in Brasilien zwischen Anpassung und Aufbegehren. Gesellschaftskritik und Spannung sind klug ausbalanciert. Der Film dürfte Chancen bei der Jury haben.

Beifall bekam ebenso „Das freiwillige Jahr“ der deutschen Regisseure Ulrich Köhler („Schlafkrankheit“) und Henner Winckler („Lucy“). In ihrem atmosphärisch dichten Spielfilm beleuchten sie ein Vater-Tochter-Drama: Der alleinerziehende Arzt Urs (Sebastian Rudolph) möchte, dass seine Tochter Jette (Maj-Britt Klenke) für ein Jahr ins Ausland geht. Doch die junge Frau weiß nicht, ob sie das wirklich will. Der daraus resultierende Konflikt spiegelt scharf heutige soziale Spannungsfelder. Auch dieser Film ist preiswürdig.

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