Zuwächse

Börsenverein sieht Wendepunkt am Buchmarkt

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Buchkäufer in Deutschland zum ersten Mal seit 2012 wieder gestiegen. Foto: Michael Reichel FOTO: Michael Reichel

Frankfurt/Main. Hoffnungsvolle Signale für Buchhändler, Verlage und Autoren: Zum ersten Mal seit 2012 ist die Zahl der Buchkäufer in Deutschland wieder gestiegen - und zwar um 300.000 Menschen, die im vergangenen Jahr mindestens ein Buch gekauft haben.

Das sei schon eine kleine Sensation, sagte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bei der Vorstellung der Wirtschaftszahlen in Frankfurt. „Das ermuntert uns, von einem Wendepunkt zu sprechen.“ Mit dem Begriff Trendwende wollte er sich zwar zurückhalten - „aber wir gehen davon aus, dass wir mit den Maßnahmen, die wir noch ergreifen wollen, einiges erreichen können.“

„Zurück zu den Lesern“ lautete am Donnerstag das hoffnungsvolle Motto der Veranstaltung, nachdem vor einem Jahr die Studie „Quo Vadis, Leser“ (Wohin gehst Du?) die Lese-Abwanderung thematisiert und die Branche aufgerüttelt hatte. „Wir haben verstanden, was der gesellschaftliche Wandel bewirkt hat und wie wir uns darauf einstellen müssen“, sagte Skipis.

Denn viele der Menschen, die seinerzeit für die Studie befragt worden waren, hatten nicht generell die Lust am Lesen verloren und setzten nur noch auf andere Medien. Doch vielen fehlte auf dem Buchmarkt die Orientierung. Verlage und Buchhandlungen hätten daher ihre Nähe zum Kunden ausgebaut, sagte Skipis. Ob Social-Media-Aktionen oder kreative Veranstaltungsformate in den Buchhandlungen - die Branche probierte neue Zugangswege zum Leser aus. Es müsse ja nicht Yoga in der Buchhandlung sein, so Skipis. Aber die Buchhandlungen hätten sich verstärkt mit der Frage befasst, was sie für die Kunden tun könnten.

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