Feuriger Voodoo-Rock-Eintopf

Blues-Ikone Dr. John mit 77 Jahren gestorben

Dr. John ist tot. Foto: Dave Martin/AP FOTO: Dave Martin

New Orleans/Berlin. New Orleans trägt Trauer. Die Jazz- und Blues-Metropole muss den Verlust eines ihrer größten Musiker verkraften: Dr. John ist tot - mit 77 Jahren gestorben an einem Herzinfarkt, wie seine Familie am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte.

Damit ende „eine einzigartige musikalische Reise“, hieß es. Dieser Karriereweg war auch eine Reise in Grenzbereiche der populären Musik.

Der Sänger und Pianist - bürgerlich Malcolm „Mac“ John Rebennack Jr. - spielte mit vielen Pop- und Jazz-Ikonen der vergangenen 50 Jahre. Er war seit 2011 Mitglied der Rock and Roll Hall of Fame, gewann sechs Grammys - und das mit einer höchst originellen, wilden Musik, deren Stil kaum zu definieren war. Ein Gebräu aus Rock, Blues und Jazz, das auch Soul, Funk und Boogie enthielt - abgeschmeckt mit Grooves, wie sie wohl nur im sumpfigen US-Bundesstaat Louisiana entstehen konnten. So schwarz wie dieser Dr. John klang kein anderer weißer Musiker.

Geboren am 20. November 1941 in New Orleans, kam Rebennack schon früh mit der großen Musikgeschichte seiner Heimat in Berührung. Denn sein Vater verkaufte Schallplatten und vermittelte dem Sohn die Liebe zu frühen US-Jazzern wie Louis Armstrong. Außerdem angeregt vom einflussreichen Pianisten Professor Longhair, trat der junge „Mac“ schon Mitte/Ende der 50er Jahre an Piano und Gitarre in Bands auf.

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