Posthum

Avicii-Album: Nachdenkliche Texte zu glücklichen Beats

Das posthume Avicii-Album enthält Songs, an denen der schwedische DJ mit Stars wie Chris Martin und Imagine Dragons gearbeitet hat. Foto: Roni Rekomaa/Lehtikuva FOTO: Roni Rekomaa

Stockholm. Avicii lebt nicht mehr, aber seine Musik bleibt. Etwas mehr als ein Jahr nach dem Tod des Ausnahme-DJs liefert das Studioalbum „Tim“ ein Dutzend neue Songs, an denen der junge Schwede bis zuletzt mit Stars wie Chris Martin und Imagine Dragons gearbeitet hat.

Herausgekommen sind zwölf Lieder, die man als spätes Zeugnis eines traurigen und vom Stress geplagten Musikers hören kann. Oder einfach als eine Palette exzellenter elektronischer Beats, die gute Laune bereiten.

Dieser Gegensatz hat Tim Bergling, so Aviciis bürgerlicher Name, auch zu Lebzeiten begleitet: Hier die Musik, die glücklich macht - dort der Musiker, der sich gestresst, ängstlich und unglücklich fühlte. Die Erde war oft kein Himmel für Avicii, dessen Künstlername sich von der tiefsten Ebene der buddhistischen Hölle, „Avici“, ableitet. Seine Songs dagegen machten Laune, ohne dabei platt zu klingen.

Sie funktionieren - und diesen Spagat kriegen nur wenige DJs hin - dank seiner Drops und einfühlsamen Melodien sowohl in der Großraum-Disco als auch zu Hause auf der Couch. Hirnlose Bum-bum-Mucke oder einschläfernde, weil repetitive House-Musik waren nicht Berglings Ding. Stattdessen war seine Elektro-Musik tiefgründig und emotional.

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