Berührendes Road-Movie

Americana-Epos: Bruce Springsteen unter „Western Stars“

Bruce Springsteen lässt die Sterne leuchten. Foto: Arne Dedert FOTO: Arne Dedert

Berlin. Was sollte noch kommen für den populärsten US-Rockstar der Gegenwart? Jahrzehntelang hatte Bruce Springsteen vor riesigen Menschenmassen gespielt, er hat 130 Millionen Tonträger verkauft.

Seinen größten Triumph erlebte er 2017/18 bei über 230 ausverkauften Shows im Walter Kerr Theatre am New Yorker Broadway, wo er allein zu Gitarre und Piano über sein Leben sang oder erzählte. Als Verkörperung des „guten Amerikaners“ war er in seinem Element.

Jetzt also „Western Stars“ (Sony), Springsteens 19. Studioalbum seit dem Debüt von 1973, das erste seit „High Hopes“ vor fünf Jahren. Es ist eine Platte, wie es sie im Gesamtwerk des mittlerweile 69 Jahre alten Singer-Songwriters noch nicht gegeben hat - erstaunlich genug für einen weltweit unfassbar erfolgreichen Künstler, der es sich mit seinem Trademark-Sound längst bequem machen könnte.

Dieses typische Klangbild prägte bekanntlich seit Springsteens Durchbruch mit „Born To Run“ (1975) die fantastische E Street Band - sie fehlt auf „Western Stars“, und man vermisst sie nicht. Denn die neuen Lieder des amerikanischsten aller amerikanischen Pop-Helden sind eine ganz andere, stillere Welt, in der eine kraftstrotzende Rock-Maschine nur Schaden angerichtet hätte.

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