Eine Entdeckung

Achim Freyer inszeniert „Oedipe“ in Salzburg

Christopher Maltman als Ödipus in der Oper „Oedipe“ von George Enescu in Salzburg. Foto: Barbara Gindl FOTO: Barbara Gindl

Salzburg. Ein starker Moment: Nach einem furiosen Lamento über sein schuldloses Unglück wendet sich Oedipus vom Publikum ab. Zwei mächtige Orchesterschläge dröhnen durch den Saal.

Dann dreht er sich wieder zum Auditorium, aus seinen Augen rinnt Blut, symbolisiert von roten Stofffetzen, die von seinem Gesicht herabhängen. Oedipus hat sich selbst geblendet und wird fortan als blinder Greis durch die Welt irren.

Dramatischer Höhepunkt von George Enescus Opernrarität „Oedipe“, die am Sonntagabend in der Salzburger Felsenreitschule Premiere hatte - mit dem grandiosen britischen Bariton Christopher Maltman in der Titelrolle, der das zweieinhalbstündige Stück fast allein zu stemmen hatte, obwohl das vielköpfige Ensemble samt Choristen beim kurzen, aber heftigen Schlussapplaus die riesige Bühne voll ausfüllte.

Markus Hinterhäuser, Intendant der Salzburger Festspiele, hatte zu Beginn seiner Amtszeit verkündet, ihm liege nicht viel daran, sich mit Kompositionsaufträgen für neue Opern zu profilieren, weil es genügend Stücke gebe, die auf ihre Wiederentdeckung warteten. Mit „Oedipe“ präsentierte er jetzt als dritte Opern-Neuinszenierung der laufenden Saison eine echte Trouvaille.

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