Literarischer Wettbewerb

25 Jahre Poetry Slam in Deutschland

Wolf Hogekamp sowas wie der Pate des Poetry Slam. Foto: Jörg Carstensen/dpa FOTO: Jörg Carstensen

Berlin. Es geht um fünf, vielleicht sechs Minuten. Eine Art Kampf auf der Bühne. Mit eigenen Worten, Text gegen Text. Thema? Egal. In den Anfängen wurde schon mal das Kleingedruckte auf einer Chipstüte vorgelesen, erinnert sich Wolf Hogekamp.

Der 58-Jährige ist sowas wie der Pate des Poetry Slam in Deutschland. Als Slammer und Organisator begleitet und prägt er die Entwicklung dieser literarischen Wettbewerbe vor Publikum. Vor 25 Jahren kam Poetry Slam in seiner Kneipe an - und damit in Deutschland.

1994 war Hogekamp noch Barmann. Sein Club, das „Ex'n'Pop“, lag irgendwo in Berlin-Schöneberg. Die Shakespeare Company war nicht weit, ein englischsprachiges Theater. „Die kamen nach Proben und Veranstaltungen immer ins „Ex'n'Pop““, erinnert sich Hogekamp. Darunter war auch „ein ganzer Trupp von wüstesten Amerikanern“. Mit dabei auch Rick Maverick, Regisseur und Spoken Word Artist. Sie kannten Poetry Slam aus den USA und wollten „was zusammen machen“.

Zu dem Zeitpunkt gab es vereinzelte Veranstaltungen, aber erst das Duo Hogekamp/Maverick sollte Poetry Slam zu einem mehr und mehr organisierten Teil deutschsprachiger Bühnen machen. „Am Anfang haben die Leute aus Otto-Katalogen vorgelesen“, erzählt Hogekamp, „dann mischten sich auch immer mehr mit eigenen Texten darunter.“

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