Interview mit Schriftsteller Rafik Schami

„Ich bin gnadenlos mit mir“

Rafik Schamis Werke sind bereits in 33 Sprachen übersetzt. FOTO: dpa / Ingo Wagner

Marnheim . Der pfälzisch-syrische Schriftsteller über Syrien, das mündliche Erzählen – und die Probleme mit Leselampen im Hotel.

Der Schriftsteller Rafik Schami kommt am nächsten Montag nach Saarbrücken, um aus seinem jüngsten Roman „Die geheime Mission des Kardinals“ zu lesen – ebenso ein Krimi um einen ermordeten Geistlichen und die Ermittlungen des syrischen Kommissars wie ein Buch über Glaube, Liebe und die Konflikte in der syrischen Gesellschaft vor dem Bürgerkrieg. Die Lesung im Schloss ist bereits restlos ausverkauft. Wir haben dem 73-Jährigen, der in Marnheim (Donnersbergkreis) lebt, einige Fragen gestellt.

Herr Schami, Ihr jüngster Roman „Die geheime Mission des Kardinals“ spielt in Syrien vor dem Beginn des Bürgerkriegs – war das eine Möglichkeit für Sie, sich zurück zu träumen in – zumindest relativ – bessere Zeiten des Landes? Oder ist das Wort „träumen“ da unangebracht?

SCHAMI Das Thema eines Romans diktiert den Zeitraum, in welchem die Geschichte am besten spielt. 2010 war die Zeit, in der das Regime nach außen stabil war, aber man schon die ersten Risse wahrnahm. Die Aufstände in Tunesien und später in Ägypten weckten die Hoffnung vieler Menschen auf Würde und Freiheit.

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