Heimkino

Haben die X-Akten jetzt ausgedient?

Akte X Staffel 11FOTO: 20th century fox

Zweibrücken. Die elfte Staffel der Mystery-Erfolgsserie aus den Neunzigern lässt jedenfalls die einstigen Stärken zu oft vermissen. Vor allem der Hauptplot um die Regierungsverschwörung fällt schwach aus.

Das ist nun also endgültig das Ende: So ziemlich jeder Hauptcharakter ist tot, alle (Verschwörungs-)Rätsel gelöst? Immerhin ist es die Mysteryserie „Akte X“, alles bleibt möglich. Doch Gillian Anderson, die als FBI-Agentin Dana Scully die Hälfte des kongenialen Ermittlerduos verkörpert, hat bereits ihren endgültigen Ausstieg erklärt und auch die US-Einschaltquoten der jetzt fürs Heimkino erschienenen elften Staffel waren schwach.

Was vor allem Fans nachvollziehen können. Einzelne der nur zehn Episoden erinnern zwar durchaus an die glorreichen Zeiten, als Mystery-Revolutionär Chris Carter mit der Serie einen Meilenstein schuf. Etwa die Episode „Rm9sbG93ZXJz“. Fast ohne Dialoge sehen sich Scully und Mulder darin zu Beginn in einem futuristischen, leeren Restaurant mit Computern und Robotern als Bedienung und Köchen konfrontiert. Als sie zu wenig Trinkgeld geben, werden beide von Drohnen und immer skurrileren Robotern verfolgt. Schwarzhumorig und mit Botschaft. Auch „Kätzchen“, die die Vergangenheit von Sullys und Mulders Chef Walter Skinner beleuchtet, fällt gelungen aus (eine Gastrolle hat hier Haley Joel Osment, das Kind, das im Film „The sixth Sense“ tote Menschen sah). Viele andere Folgen sind hingegen nur ein fader Aufguss des früheren Formats mit einem „Monster der Woche“, etwa „Das Tor zur Hölle“ um Hexenbeschwörung, die identisch auch in der Serie „Supernatural“ angesiedelt sein könnte. Am schwächsten sind der Auftakt und das Ende der Staffel, die den roten Faden der Serie aufgreifen. Hier wird die Regierungsverschwörung um den Raucher, einen Alien-Virus und William, den verschollenen Sohn von Scully und Mulder, aufgegriffen. Die Ereignisse aus Staffel zehn, die 2016 das umjubelte und erfolgreiche Comeback der Serie bedeutet hatten, werden dabei aber weitgehend ignoriert. Die Zusammenhänge zu verstehen und dem Geschehen zu folgen, fällt so auch eingefleischten Fans schwer. Auch ergäben Folge eins und zehn zusammen ein sinnvolles Duo, das aber ohne erkennbaren Grund auseinandergerissen wurde – so hängt das Staffelfinale mit seinem unvermittelten Beginn völlig in der Luft. Dass Mulder dort zum Superkiller mutiert, ist der Glaubwürdigkeit der Figuren auch nicht eben dienlich.

Von einzelnen, selbstironischen und lustigen Glanzlichtern abgesehen haben die Serienmacher in der Summe also die Chance verspielt, die X-Akten in die Serienwelt der Neuzeit zu übertragen. Eine elfte Staffel ohne Ideen vor allem wegen des Erfolgs der zehnten auszuarbeiten, schlug fehl. Sollten die Akten jetzt wirklich für immer geschlossen werden, wäre der Verlust verschmerzbar.

Erschienen bei Twentieth Century Fox Home Entertainment;

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