US-Schriftsteller Tom Wolfe gestorben

Er war ein fester Teil des Literatur-Olymp

Wie immer ganz in Weiß: Der Autor Tom Wolfe kommt im vergangenen Jahr zur Premiere der Dokumentation „Rolling Stone: Stories From The Edge“ in New York. Nun ist er im Alter von 87 Jahren gestorben. FOTO: dpa / Evan Agostini

New York. Genialer Schriftsteller? Eitler Selbstdarsteller? Beides? Seit dem Welterfolg „Fegefeuer der Eitelkeiten“ spalten sich an Tom Wolfe die Meinungen. Dennoch veröffentlichte der US-Autor bis ins hohe Alter. Jetzt ist er mit 87 Jahren gestorben.

Ganz in Weiß, mit Maßanzug und Hut, so spazierte Tom Wolfe bis zuletzt hin und wieder durch sein New York, durch seine Upper East Side. Langsam, aber stolz und aufrecht. Spätestens seit seinem Weltbestseller „Fegefeuer der Eitelkeiten“ galt Wolfe als fester Teil des Literatur-Olymp. Am Montag starb der US-Schriftsteller in einem Krankenhaus in Manhattan, wie seine Agentin gestern der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Wolfe umgab immer etwas Mystisches, auch aus seinem Alter hatte er immer gerne ein Geheimnis gemacht. Während sein deutscher Verlag 1931 als Geburtsjahr angab, sprachen andere Quellen von 1930, wie beispielsweise die New Yorker Stadtbibliothek, die 2015 für mehr als zwei Millionen Dollar das aus rund 190 Kisten bestehende Archiv des Schriftstellers kaufte.

Wolfe hatte sich in den vergangenen Jahren zunehmend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Zwischendurch meldete er sich allerdings immer mal wieder zurück, streitlustig wie eh und je. 2016 griff er in „Das Königreich der Sprache“ beispielsweise Charles Darwins Evolutionstheorie und den Literaturwissenschaftler Noam Chomsky an. 2012 legte er sich in „Back to Blood“ mit den Eliten der Sonnen-Metropole Miami an.

(dpa)
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