Architekt der deutschen Jazz-Entwicklung

Ein Leben für den Jazz: Pianist Wolfgang Dauner ist tot

Wolfgang Dauner, Jazzmusiker und Komponist, ist am Freitag in Stuttgart nach längerer Krankheit gestorben. FOTO: dpa / Bernd Weissbrod

Stuttgart. Der Stuttgarter Pianist Wolfgang Dauner ist einer der maßgeblichen Architekten einer eigenständigen deutschen Jazz-Entwicklung. Nun ist die Jazzlegende gestorben.

Unterschiede zwischen E- und U-Musik waren nicht sein Ding – der Pianist Wolfgang Dauner hat gerne Neues ausprobiert und ist zwischen den Stilen hin- und hergewechselt. Jazz, Rock, Klassik, elektronische Klänge: Dauner war stets auf alle Musikrichtungen neugierig. Der Künstler starb am Freitag in Stuttgart nach längerer Krankheit im Alter von 84 Jahren.

Schon früh probierte sich der gebürtige Stuttgarter an verschiedenen Instrumenten aus. Mit fünf Jahren unternahm er erste Gehversuche, nach dem Klavier kam später die Trompete dazu – und viel später dann gefiel ihm als einem der ersten das Arbeiten mit dem Synthesizer. Er, der als Kind mit einer klassischen Klavierausbildung begann, galt bald als universaler Künstler. 2016 erhielt er den Echo Jazz für sein Lebenswerk, im Alter von 80 Jahren. „Ich bin sehr überrascht, dass diese Ehrung so früh kommt, denn das Werk ist ja noch gar nicht abgeschlossen“, sagte Dauner bei der Preisverleihung.

In einem Interview der Wochenzeitung „Die Zeit“ hatte der Musiker mit dem markanten Schnauzer mal erzählt, was Jazz für ihn bedeutet: „Es ist das Parallelogramm der Kräfte zwischen Energie und Ausdruck, das die große Leistung des Jazz darstellt. Freiheit. Jazz ist die Freiheit.“

(dpa)
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