Erweiterung der Berliner Nationalgalerie

Teure Museumsscheune

Berlin. Die Erweiterung der Neuen Nationalgalerie in Berlin bleibt umstritten und wird deutlich mehr kosten.

Der Entwurf des Schweizer Architekturbüros Herzog & de Meuron für das geplante Museum des 20. Jahrhunderts am Berliner Kulturforum gefällt nicht jedem. Kritiker bezeichnen ihn wegen seiner Gestalt abfällig als „Scheune“. Doch die Architekten halten daran fest. Die Fassade, so betonten sie am Dienstag, sei eine Neuinterpretation des historischen Materials Backstein. „Der Entwurf hat eine neue Qualität erreicht“, lobte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) bei der Vorstellung der neuen Pläne. Das Museum habe sich jetzt schon als „Scheune“ etabliert, damit sei das neue Haus schon vor Baubeginn in der Stadt angekommen. Pierre de Meuron sagte, Orientierungspunkt für die Form des langgestreckten Gebäudes mit schrägem Dach und einer Fassade aus perforiertem Backstein bleibe die benachbarte Matthäuskirche von Friedrich August Stüler aus dem 19. Jahrhundert.

Um die geforderte Fläche von 9000 Quadratmetern umzusetzen, wird das Gebäude jetzt jedoch zwei Untergeschosse erhalten. Diese Veränderung sowie die Kostensteigerungen im Baugewerbe führen nach laut Grütters dazu, dass die Kosten von ursprünglich festgelegten 200 Millionen Euro deutlich überschritten werden. Konkrete Zahlen wollte die Ministerin nicht nennen. Erst im Sommer 2019 werde man seriöse Zahlen und auch den Fertigstellungstermin nennen können, der ursprünglich für 2021 vorgesehen war. Das Museum entsteht zwischen zwei Ikonen der Architekturgeschichte: der Neuen Nationalgalerie von Mies van der Rohe und der Philharmonie mit Kammermusiksaal von Hans Scharoun.

Der Neubau soll als Erweiterung der Neuen Nationalgalerie, mit der er unterirdisch verbunden wird, mehr Platz für die Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts bieten.

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