Umstrittenes Bauprojekt

Bürgerentscheid kippt umstrittenen „Bibelturm“ in Mainz

Mainz. Das Gutenberg-Museum in Mainz soll nicht durch den Bau eines umstrittenen „Bibelturms“ erweitert werden. Das ergab gestern ein Bürgerentscheid in Mainz, wie die Stadtverwaltung am Abend mitteilte. In dem 20,5 Meter hohen Erweiterungsbau des Museums sollten insbesondere zwei Gutenberg-Bibeln aus dem 15. Jahrhundert ausgestellt werden. Der millionenteure Neubau mit bronzener Metall-Fassade und einer Grundfläche von zwölf mal zwölf Quadratmetern war vom Mainzer Stadtrat bereits im Februar 2017 beschlossen worden.

Dann aber hatte eine Bürgerinitiative 2017 über 13 000 Unterschriften gegen den „Bibelturm“ vorgelegt – und damit eine Bürgerbeteiligung bei der Entscheidung über das umstrittene Projekt in Gang gebracht. Nino Haase, Gründer der „Bürgerinitiative Gutenberg-Museum“, argumentierte, der geplante Turm-Bau auf dem zentralen Liebfrauenplatz nahe dem Dom verschandele das Stadtbild und koste die verschuldete Stadt viel Geld.

Gestern waren schließlich rund 161 000 stimmberechtigte Mainzer Bürger zur Abstimmung über den „Bibelturm“ aufgerufen, der aus Sicht der Stadt zu einem neuen „Wahrzeichen“ von Mainz werden sollte und die Attraktivität des Gutenberg-Museums erhöhen sollte, das zudem dringend sanierungsbedürftig sei. Für das Projekt waren rund fünf Millionen Euro veranschlagt.

Es war der erste Bürgerentscheid in der Geschichte der Stadt Mainz. Die Mainzer stimmten über folgende Frage ab: „Soll das Gutenberg-Museum durch den Bau des ‚Bibelturms‘ am Liebfrauenplatz gemäß Beschluss des Stadtrates vom 08.02.2017 erweitert werden?“

(kna)
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