Bruce Springsteen legt neues Album vor

Der alte „Boss“ kann’s noch immer

Der „Boss“ zeigt, wo’s langgeht. Bei 130 Millionen verkauften Tonträgern hat Bruce Springsteen dafür auch die erforderliche Legitimation. Er gehört zu den letzten echten Stars im Musikgeschäft. FOTO: AP / Brad Barket

Berlin. Bruce Springsteen legt neues Album „Western Stars“ vor. Es ist ein ruhiges Alterswerk mit Liedern, die im Gedächtnis bleiben.

(dpa) Was sollte noch kommen für den populärsten US-Rockstar der Gegenwart? Jahrzehntelang hatte Bruce Springsteen vor riesigen Menschenmassen gespielt, er hat 130 Millionen Tonträger verkauft. Seinen größten Triumph erlebte er 2017/18 bei über 230 ausverkauften Shows im Walter Kerr Theatre am New Yorker Broadway, wo er allein zu Gitarre und Piano über sein Leben sang oder erzählte. Als Verkörperung des „guten Amerikaners“ war er in seinem Element.

Jetzt also „Western Stars“ (Sony; Veröffentlichung 14. Juni), Springsteens 19. Studioalbum seit dem Debüt von 1973, das erste seit „High Hopes“ vor fünf Jahren. Es ist eine Platte, wie es sie im Gesamtwerk des mittlerweile 69 Jahre alten Singer-Songwriters noch nicht gegeben hat – erstaunlich genug für einen weltweit unfassbar erfolgreichen Künstler, der es sich mit seinem Trademark-Sound längst bequem machen könnte.

Dieses typische Klangbild prägte bekanntlich seit Springsteens Durchbruch mit „Born To Run“ (1975) die fantastische E-Street-Band – sie fehlt auf „Western Stars“, und man vermisst sie nicht. Denn die neuen Lieder des amerikanischsten aller amerikanischen Pop-Helden sind eine ganz andere, stillere Welt, in der eine kraftstrotzende Rock-Maschine nur Schaden angerichtet hätte.

(dpa)
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