Autor und Kulturmanager aus dem Saarland

Lieber Achterbahn als Stromlinie

Der Fotograf und Maler Martin Eder hat Kulturmanager  und Autor Thomas Girst in einer Vanitas-Landschaft portraitiert – und untergräbt damit bewusst den Titel von Girsts Buch „Alle Zeit der Welt“. FOTO: Martin Eder/Hanser Verlag / Martin Eder

Saarbrücken. Der Kulturmanager und Autor Thomas Girst liest am Freitag in Saarbrücken aus seinem neuen Buch „Alle Zeit der Welt“.

Thomas Girst, 48, ist seit 2003 Leiter des Kulturengagements der BMW Group und Autor. Nachdem er sein Abitur am Saarbrücker Gymnasium am Rotenbühl abgelegt hatte, studierte er Kunstgeschichte, Amerikanistik und Neuere Deutsche Literatur in Hamburg und New York – und wurde promoviert. Danach war er Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) an der New York University und am Institute of Fine Arts tätig. Außerdem publizierte der Duchamp-Experte eifrig Bücher (u.a. „The Duchamp Dictionary“ oder „100 Secrets of the Art World“), war taz-Korrespondent und ist bis heute als Kurator und Honorarprofessor an der Akademie der Bildenden Künste München tätig. Am Freitag liest der „Europäische Kulturmanager des Jahres 2016“ aus seinem aktuellen Buch „Alle Zeit der Welt“ in Saarbrücken.

Sie haben eine beeindruckende Karriere vom Geisteswissenschaftler zum Kulturmanager für die BMW-Group hingelegt. Was ist ihr Geheimnis?

Girst Wenn es ein Geheimnis gibt, dann dieses, dass das Leben keine Generalprobe ist und man letztlich immer dafür sorgen sollte, nicht hinter seinen Möglichkeiten zurückzubleiben, wenn man keinen Liebsten verloren hat, krank ist oder an irgendetwas darben muss. Lebenssinn und Erkenntnisgewinn sind es, an die ausfranselnden Randgebiete seiner selbst zu gelangen. Denn jeder Mensch ist unglaublich facettenreich und es geht nur darum, diese Facetten für sich selber wahrzunehmen, anzuerkennen und zu leben – daraus ergibt sich eben keine Stromlinie, sondern eher eine Achterbahn: nach meinem Empfinden das Modell eines erfüllten Lebens.

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