Uniklinik in Homburg

Auch die große Koalition im Saar-Landtag will den U-Ausschuss

Nach der Linken wollen auch CDU und SPD den mutmaßlichen Kindesmissbrauchsskandal am Saar-Uniklinikum durch einen Untersuchungsausschuss im Landtag aufklären lassen. FOTO: dpa / Oliver Dietze

Saarbrücken/Homburg. CDU und SPD möchten im Parlament den Missbrauchsskandal am Uniklinikum in Homburg aufklären – gemeinsam mit der Linken.

Im Missbrauchsskandal am Uniklinikum (UKS) in Homburg will die große Koalition einen Untersuchungsausschuss beantragen. Das kündigten die Fraktionsspitzen von CDU und SPD am Montag im Saar-Landtag hat. Linken-Fraktionschef Oskar Lafontaine hatte einen Untersuchungsausschuss zum mutmaßlichen Kindesmissbrauch in einer Spezialambulanz der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Klinikums bereits im Juli als „unvermeidlich“ bezeichnet. Auch seine Partei will nach der Sommerpause im Parlament einen Ausschuss auf den Weg bringen.

CDU-Fraktionschef Alexander Funk erklärte, man wolle auf die Linksfraktion zugehen, um einen gemeinsamen Antrag zu verfassen. Jochen Flackus, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken, zeigte sich offen für Gespräche.

Nach Angaben von Funk soll es im Untersuchungsausschuss um den Opferschutz, den Werdegang des verstorbenen Assistenzarztes Matthias S., dem jahrelanger Missbrauch von Kindern vorgeworfen wird, und die internen Vorgänge am Universitätsklinikum des Saarlandes gehen. Die Eltern von 34 möglicherweise betroffenen Kindern waren über den Missbrauchsverdacht über Jahre nicht in Kenntnis gesetzt worden – auch nicht, nachdem die Klinik eine Strafanzeige gegen den verdächtigen Arzt gestellt hatte. Er war bis 2014 in Homburg beschäftigt gewesen und 2016 im Alter von 36 Jahren gestorben.

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