Unverständnis über Entscheidung

Weniger Bauschutz für „Sonderlandeplatz“

Der Stadtrat hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die glorreichen Zeiten des Zweibrücker Flughafens zurückkehren. FOTO: Oliver Dietze / dpa

Zweibrücken. Der Landesbetrieb Mobilität hat den Flugplatz in Zweibrücken zum „Sonderlandeplatz“ herabgestuft. Ferner setzte die Behörde einen „eingeschränkten Bauschutzbereich“ fest. Die SPD prüft juristische Schritte, die CDU fordert Aufklärung.

Der Zweibrücker Flughafen ist nun endgültig Geschichte – auch dem Namen nach. Jetzt ist die Anlage auf den Höhen der Rosenstadt nämlich zum „Sonderlandeplatz“ herabgestuft worden. Das teilt der LBM (Landesbetrieb Mobilität) mit. Der Sonderlandeplatz sei „unter Berücksichtigung der in der Genehmigung aufgeführten Beschränkungen zugelassen für die Durchführung von Flügen nach Instrumentenflugregeln (IFR) und Sichtflugregeln (VFR) am Tag und in der Nacht mit Luftfahrzeugen mit einer maximalen Startmasse von 14 Tonnen“, heißt es in der Bekanntmachung des LBM.

Weiter teilt der Landesbetrieb in schönstem Juristendeutsch in einem eher unscheinbaren Satz etwas mit, was einschneidende Bedeutung für die Zukunft des „Sonderlandeplatzes“ haben könnte: „Ein beschränkter Bauschutzbereich gemäß Paragraph 17 LuftVG wird festgesetzt.“

Besagter Paragraph des Luftverkehrsgesetzes legt eine Art „bauliche Schutzzone“ um die Start- und Landebahnen fest. Diese Schutzzone ist äußerst wichtig, die Piloten brauchen bei ihren Flugmanövern freie Sicht auf die Start- und Landebahnen. Bei einem Flughafen wie früher in Zweibrücken beträgt dieser Bauschutz sechs Kilometer. Mit Verweis auf den Paragraph 17 des LuftVG macht der LBM in seiner Bekanntmachung deutlich: Künftig muss dieser Puffer nur noch vier Kilometer betragen. Brisant ist dies deshalb, weil sich noch im Oktober 2017 der Stadtrat dafür eingesetzt hatte, dass auch bei einer zu erwartenden (und nun vollzogenen) Herabstufung des Flughafens zum Sonderlandeplatz der alte Bauschutz von sechs Kilometern gelten sollte.

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