Krankenpfleger

„Vorbereitet und doch spontan“

„Hausmeister Paul Bollmann“ sorgt für Heiterkeit im Wichernhaus. FOTO: Cordula von Waldow

Zweibrücken. Paul Bollmann macht Comedy gezielt für Zweibrücker Senioren. Seine Lieblingsrolle ist ein Deutschrock-Star.

„Hätte ich das doch bloß nicht gemacht. Dabei habe ich doch nur auf meine Frau gehört. Die ist schuld!“ Laut räsonierend, kommt Hausmeister Paul Bollmann wild gestikulierend auf die Bühne. Sofort zieht er sein Publikum, die Bewohner des Johann-Hinrich-Wichern-Hauses in Zweibrücken, in seinen Bann. Aufmerksam verfolgen die Senioren, was der Mann im grauen Kittel, mit Hut auf dem Kopf und Zollstock in der Hand, erzählt. „Am meisten freue ich mich, wenn alle lachen und Spaß haben“, erklärt Bollmann, der eigentlich Norbert Klein heißt und die Abteilung Betreuung in dem Altenhilfezentrum leitet. Vor sechs Jahren erfand er die Figur des klassischen Hausmeisters Paul Bollmann, um sein Publikum zu unterhalten.

Dass ihm dies offensichtlich gut gelingt, erfüllt den jung wirkenden Sechzigjährigen mit tiefer Befriedigung. Für seine Geschichten schaut er den Menschen auf der Straße und im Seniorenheim auf den Mund. Die besten Sketche liefert ihm der Alltag. „Ich erzähle diese Geschichten in einer anderen Zeit, versetze sie in das frühere Zweibrücken“, erklärt er, warum seine Auftritte speziell auf seine Klientel zugeschnitten sind. In Mundart erinnert er an die Zeit, bevor die Fußgängerzone gebaut wurde, berichtet von den alteingesessenen Geschäften, wie dem Sinne-Eck, um die Erinnerung zu wecken. Damit provoziere er häufig Zwischenrufe. „Dann komme ich von der Bühne aus mit den Menschen ins Gespräch. Die Zeit dafür habe ich mir in meiner Zeit als Krankenpfleger immer gewünscht“, erklärt er seine Liebe für den „Hausmeister“.

Sein komödiantisches Talent wurde dem Laien-Kabarettisten und Comedian, wie er sich bescheiden selbst bezeichnet, in die Wiege gelegt. Eines seiner Lieblingsthemen ist sein Stadtteil Ernstweiler mit seiner „Dzischeuner-Geschichte“. Einmal im Monat, manchmal auch öfter, tritt er mit immer wieder neuen Geschichten auf. 20 bis 30 Minuten, so lange seine Zuschauer ihm konzentriert folgen können. Er lacht: „Vorbereitet und doch spontan.“ Hin und wieder notiere er sich Stichworte, vor allem, wenn ihm unterwegs im Alltag neue Ideen kommen. „Manchmal setze ich mich ins Eiscafé und beobachte die Menschen. Danach habe ich immer Stoff für neue Auftritte“, berichtet er.

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