Prozessauftakt am Landgericht Zweibrücken

Wettrennen auf Autobahn? Widersprüchliche Aussagen

Nicht nur der AMG-Mercedes und der Porsche, sondern auch mehrere weitere Fahrzeuge wurden durch den Unfall auf der A 8 nahe der Abfahrt Contwig/Flugplatz Zweibrücken beschädigt. FOTO: Polizei

Zweibrücken. Landgerichts-Prozess um Massenkarambolage mit sieben Verletzten auf der A 8 bei Contwig eröffnet. Demnächst Vor-Ort-Termin am Etzelweg.

Sieben Monate Haft auf Bewährung, dazu der Einzug der Fahrerlaubnis für acht Monate – so lautete das Amtsgerichts-Urteil für zwei junge Männer diesen April, die sich zuerst ein illegales Autorennen geliefert hätten und dabei auf ein Stauende auf der Autobahn 8 bei Contwig auffuhren. Sieben Personen wurden dabei teils schwer verletzt, drei weitere Autos wurden durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen, die Polizei schätzte den Sachschaden damals auf 150 000 bis 200 000 Euro. Doch die beiden Zweibrücker beteuern, sich kein Rennen geliefert zu haben, legten Berufung gegen das Urteil ein – und so begann am Montag am Landgericht Zweibrücken ein neuer Prozess.

Vom Morgen bis in den Nachmittag wurden am Montag sieben Zeugen befragt. Das Landgericht interessierte sich insbesondere für die Frage, mit welcher Geschwindigkeit die beiden unterwegs waren, wie viele Meter der Abstand vor und während des Unfalls betrug und ob es wirklich Zufall sein konnte, dass die beiden Männer wie von ihnen behauptet zufällig zu gleicher Zeit über den Etzelweg in Zweibrücken-Ixheim auf die A 8 Richtung Pirmasens unterwegs gewesen sein können und der Unfall Zufall oder das Ergebnis unkontrollierten Kräftemessens war.

Die beiden machten sich – laut eigenen Aussagen unabhängig voneinander – am Abend des 19. Mai 2018 von Zweibrücken aus auf den Weg auf die Autobahn. Der Anfang dreißigjährige Fahrer einer Mercedes-AMG-C-Klasse (abgeriegelt auf 280 km/h), von Beruf Automobilkaufmann, wollte an diesem Samstagabend noch einmal zu seiner Arbeitsstätte fahren und habe sich beeilt, um seine Frau zuhause nicht allzu lange warten zu lassen. Der Anfang zwanzigjährige Fahrer eines Porsche Cayenne, der bis vor wenigen Jahren mit offizieller Lizenz am Autorennsport teilgenommen hatte, machte sich unterdessen mit seiner Freundin auf den Weg auf die Autobahn, um zu einem Restaurant zu fahren. Zufällig, so die Fahrer, hätten sie erst in Ixheim die Auffahrt zur Autobahn genommen statt der Auffahrt am Bubenhauser Kreisel.

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