Jahrestag

„Nicht alle haben aus der Geschichte gelernt“

Der Regen machte den Demonstranten schwer zu schaffen. FOTO: Norbert Schwarz

Zweibrücken. Wegen des Regenwetters kamen zum Sternmarsch anlässlich der Bombardierung Zweibrückens weniger Teilnehmer als erwartet.

Mehr als 100 Demonstranten folgten am Donnerstag dem Aufruf des Bündnisses „Buntes Zweibrücken“ und legten trotz stürmischer Witterung und Dauerregen auf dem Alexanderplatz ein klares Bekenntnis dafür ab, dass Nationalismus, Faschismus und braunes Gedankengut in Zweibrücken keinen Platz haben. Sternförmig waren die fünf Gruppen von den verschiedenen Sammelpunkten aus friedlich mit Plakaten, Bannern, Trillerpfeifen und mitunter auch Sprechparolen zum Versammlungsort vor der Alexanderskirche gekommen.

Noch ganz unter dem Eindruck der Schülerdemonstration am Vormittag wiederholte Oberbürgermeister Marold Wosnitza seine Forderung für ein aktives Eintreten zum Erhalt der Demokratie. „Die Schüler haben heute  Vormittag Zeichen gesetzt, Meinung vertreten und Statements abgegeben. Wir stehen heute Abend hier, weil Deutschland über Europa und große Teile der Welt Leid gebracht hat. Wir stehen hier, weil sich die Welt nicht anders zu helfen wusste, Deutschland zu stoppen. Dabei haben viele, zu viele Bürger unserer Stadt ihr Leben verloren. Wir stehen hier, um der Opfer dieses Krieges zu gedenken, aber nicht eines Krieges der über uns gekommen, sondern von Deutschland ausgegangen ist“, stellte der Zweibrücker Oberbürgermeister fest. Ja, diese Zusammenkunft sei auch ein Zeichen gegen nationalsozialistisches Gedankengut und Rechtsextremismus. Wosnitza wörtlich: „Nicht alle haben aus der Geschichte gelernt“, um zum Schluss festzustellen: „Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf“.

Eine der größeren Sterngruppen hatten sich von ihrem Sammelplatz beim Bahnhof aus zusammen mit Ingrid Satory vorbei am ehemaligen Standort der Zweibrücker Synagoge zum Alexanderplatz begeben. An der Ecke Ritter-/Wallstraße wurde kurz der Zerstörung des jüdischen Gotteshauses gedacht.

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