Warnstreik bei John Deere

Um zwölf Uhr war die Schicht beendet

Punkt zwölf Uhr beendeten gestern etwa 700 Mitarbeiter bei John Deere vorzeitig ihre Arbeit und gingen nach Hause. FOTO: Volker Baumann

Zweibücken. Früheres Arbeitsende läutet Warnstreik bei John Deere ein.

Im Rahmen des aktuellen Tarifkonflikts in der Metall- und Elektroindustrie waren gestern die Mitarbeiter des Landmaschinenherstellers John Deere zur früheren Arbeitsniederlegung aufgerufen. Laut Betriebsrat Daniel Hasenfratz beendeten etwa 700 Beschäftige früher ihre Arbeit und machten sich auf den Nachhauseweg, um damit in einer ersten Aktion ihren Forderungen um eine gerechte Entlohnung Nachdruck zu verleihen.

„Die im Raum stehende Erhöhung um zwei Prozent, als Angebot der Arbeitgeberseite, ist eine Frechheit“, so der Betriebsrat. Damit sei nicht einmal die Inflationsentwicklung kompensiert. Gerade im Hinblick auf die starke Wirtschaftslage mit Ertragssteigerungen von sechs Prozent sei die Forderung der Arbeitnehmer keinesfalls zu hoch gegriffen. Man müsse zunächst einmal die aktuellen Verhandlungen abwarten, um in einem nächsten Schritt eventuell die Arbeit noch früher zu beenden und zu Kundgebungen überzugehen. Danach könnten auch 24-Stunden-Streiks ins Auge gefasst werden. Hinsichtlich der zur Zeit guten Auftragslage mit täglich neunstündigen Schichten und Mehrarbeit an Samstagen sei dies allerdings sowohl für den Betriebsrat als auch für die Betriebsleitung keine wünschenswerte Option. „Wir wollen ja eigentlich Maschinen bauen“, zeigt sich Daniel Hasenfratz mit der derzeitig hervorgerufenen Situation unzufrieden.

Auch Melanie Dutschke, Mitarbeiterin im Auftragseingang, ging gestern vier Stunden früher nach Hause, um mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein Zeichen zu setzen. Sechsprozentige Lohnsteigerung und die Möglichkeit der Verkürzung der Wochenarbeitszeit: Das sind auch für sie Forderungen, für die es sich lohne, auf die Straße (in diesem Fall nach Hause) zu gehen.

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