Hans Otto Streuber durfte nicht auf Rats-Liste

Querelen um SPD-Ratsliste gehen weiter

Wolfgang Ohler ist seit 48 Jahren in der SPD, hat sich mit den Zweibrücker Genossen aber „auseinandergelebt“.FOTO: Picasa / Maragete Lehmann

Zweibrücken. Ohler gibt letztes Parteiamt ab, will im Wahlkampf nicht helfen. Haben er und Elke Streuber Konkurrenz-Liste für Ratswahl erwogen?

Einer der profiliertesten Zweibrücker Sozialdemokraten zieht sich aus dem Parteileben zurück: Nach dem verärgerten Verzicht auf eine erneute Stadtrats-Kandidatur hat Wolfgang Ohler auch sein Parteiamt niedergelegt. Der pensionierte Richter war Mitglied der Schiedskommission des SPD-Unterbezirks Pirmasens-Zweibrücken, „doch ich bin jetzt zurückgetreten, obwohl ich Vorsitzender werden sollte“, sagte Ohler am Mittwoch auf Merkur-Anfrage. Der Unterbezirksvorsitzende Stéphane Moulin erklärte, Ohler habe beim Parteitag nicht zur Wiederwahl kandidiert und sei als ein stellvertretender Vorsitzender geplant gewesen.

Für die Stadtratswahl war Ohler vom (ebenfalls von Moulin geführten) SPD-Stadtverbandsvorstand auf Platz 13 vorgesehen worden. Sowohl der Vorstand als auch Ohler waren angesichts dessen Bekanntheitsgrad davon ausgegangen, dass dies ein sehr sicherer Listenplatz wäre, weil Wähler bekannte und angesehene Kandidaten durch Kumulieren und Panaschieren immer nach vorne wählen. Ohler hätte damit sogar einen besseren Listenplatz als jemals zuvor bekommen: Bei der Wahl 2014 stand er an Nummer 16 (und wurde von den Wählern auf 2 nach vorne kumuliert), 2009 stand Ohler sogar nur auf Platz 17. Derzeit hat die SPD 14 Ratsmitglieder.

Ohler verzichtete dennoch verärgert komplett auf eine Kandidatur – es sei ein Zeichen mangelnder Wertschätzung, Kandidaten nur aufgrund ihres Alters keine vorderen Listenplätze zu geben, zudem sei es strategisch falsch, vorne „Verlierer aus der letzten Wahl beziehungsweise weitgehend unbekannte Kandidaten“ zu platzieren (wir berichteten).

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