Saar-Kabinett billigt Bahnreaktivierung

Zweibrücken. Es wird immer wahrscheinlicher, dass ab 2021 wieder Züge zwischen Zweibrücken und Homburg rollen können.

Der saarländische Ministerrat hat weiteren Planungen zur Reaktivierung der Bahnstrecke von Homburg nach Zweibrücken zugestimmt. Das hat Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) gestern nach einer Kabinettsitzung in Saarbrücken mitgeteilt. "Die Vorentwurfsplanung für das Projekt ist bereits weitgehend abgeschlossen. Jetzt können wir gemeinsam mit Rheinland-Pfalz in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung einsteigen. So wird weitere Kostenklarheit geschaffen", sagte die Ministerin. Das Kabinett habe ihren Bericht über den Stand der Verhandlungen zur Kostenaufteilung zwischen beiden Ländern zustimmend zur Kenntnis genommen.

Auf der Grundlage von Absprachen, die von der saarländischen Ministerin mit ihrem rheinland-pfälzischen Amtskollegen Volker Wissing (FDP) vor Weihnachten ausgehandelt worden waren, hatte das Kabinett in Mainz im Januar beschlossen, neben dem eigenen Anteil die Hälfte der Baukosten sowie für die kommenden 20 Jahre die Hälfte der Betriebskosten des Saarlandes zu übernehmen. Insgesamt trägt Rheinland-Pfalz somit etwa zwei Drittel der Gesamtkosten, auf 20 Jahre gerechnet sind das voraussichtlich 34 Millionen Euro (wir berichteten). Rehlinger: "Der Hintergrund dafür ist, dass Rheinland-Pfalz zwar den kleineren Streckenanteil, aber durch eine verbesserte Anbindung an die Fernverkehrsschiene Saarbrücken - Mannheim nachweislich den größeren Nutzen hat." Nach Ablauf der 20 Jahre müsse man die Aufteilung der Betriebskosten neu verhandeln, sagte Rehlinger gestern dem Merkur.

Vorteile für das Saarland ergeben sich ihrer Ansicht nach unter anderem aus der Stärkung des Bahnhofs Homburg und neuen Chancen zur Vermarktung der Biosphärenregion und für den Fahrradtourismus im Bliestal. Darüber hinaus habe das Saarland das Projekt unter dem Gesichtspunkt "guter nachbarschaftlicher Beziehung" gebilligt.

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