Euroclassic

Rock-Konzert mit Geschichts-Stunde

Die Spider Murphy Gang rockte am Mittwoch die Festhalle.FOTO: Sebastian Dingler

Zweibrücken. Die Spider Murphy Gang riss bei ihrem ersten Konzert in Zweibrücken das Publikum mit.

„Was ein Schelm!“, sagte der Sitznachbar, als Spider Murphy Gang-Sänger Günther Sigl mal wieder einen Scherz gemacht hatte. Ja, der Schalk saß dem Bandleader, der auch den Bass zupfte, schwer im Nacken bei seinem ersten Auftritt in Zweibrücken.

„Was, wir waren noch nie hier? Auch nicht vor zehn, 20, 30 oder 40 Jahren?“, fragte er erstaunt in den Zuschauerraum der Festhalle. Ja, erst das Euroclassic-Festival machte es möglich, dass die Spiders endlich mal in die Rosenstadt kamen. Am Ende behauptete der Sänger, die Band würde jetzt jedes Jahr wiederkommen – oder in zehn, 20, 30 oder 40 Jahren. Dann wäre Sigl, der gerne mit seinem Alter kokettierte, stolze 112 Jahre alt. Nein, so lange wird es wohl nicht mehr weitergehen mit der bayrischen Band, 1977 gegründet von Sigl und Gitarrist Barny Murphy, der eigentlich Gerhard Gmell heißt und immer noch dabei ist.

Wie es die beiden Oldies schafften, so knackig frisch und kerngesund über die Bühne zu hüpfen, Murphy imitierte dabei Chuck Berrys Entengang, war eine einzige Pracht. Zunächst hörten die Zuschauer zur Begrüßung einen kleinen historischen Exkurs über die Beziehungen zwischen Bayern und der Pfalz von Charlotte Glück, der Leiterin des Stadtmuseums. Da passte gut dazu, dass neben dem Schotten Willie Duncan auch ein gebürtiger Pfälzer zur Band gehörte: Am Schlagzeug sitzt nämlich seit drei Jahren der in Rodalben aufgewachsene Andreas Keller.

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