Jürgen Eschner zu Gast beim Nawi

Quantenrechner und Marmeladenbrote

Prof. Jürgen Eschner sprach beim Naturwissenschaftlichen Verein über das Thema „Echter Zufall – Vom Glück übers Wetter zur Quantenphysik“. FOTO: Susanne Lilischkis

Zweibrücken. Professor Jürgen Eschner vom Lehrstuhl Experimentalphysik an der Universität Saarbrücken beleuchtete beim letzten Nawi-Vortrag in diesem Jahr das Thema Zufall.

„Der Zufall hat Aspekte, die in mein Arbeitsgebiet hineinreichen“, eröffnete Professor Jürgen Eschner seinen Vortrag beim Naturwissenschaftlichen Verein Zweibrücken. Der Inhaber des Lehrstuhls für Experimentalphysik an der Universität Saarbrücken führte dem Publikum vor Augen, dass Zufälle sich unglaublich schlecht berechnen lassen. Schon in der Antike waren sich die Philosophen unsicher, ob es so etwas wie den Zufall überhaupt gibt. In späteren Zeiten wurden alle Geschehnisse entweder als Gottes Wille interpretiert oder sie hatten einen Schuldigen – Stichwort Hexenverfolgung.

Das änderte sich erst im 16. Jahrhundert. Der Universalgelehrte Gerolamo Cardano schrieb „Das Buch der Glücksspiele“, das die Grundlagen der mathematischen Wahrscheinlichkeitstheorie enthielt. Von da an war es nicht mehr weit zur Entwicklung der Versicherungsmathematik.

Nach dem kurzen geschichtlichen Exkurs kam Professor Jürgen Eschner wieder zum Zufall zurück. Er stellte die Frage nach der Berechenbarkeit bestimmter Ereignisse. Jeder kennt wohl das Marmeladenbrot, das scheinbar immer auf der bestrichenen Seite landet. Oder den Münzwurf am Anfang eines Fußballspiels. Könnte man jetzt genau berechnen, auf welche Seite die Münze fällt? Man kann es nicht, so Eschner. Denn dazu seien zu viele Variablen im Spiel: die Anfangslage der Münze, die Wurfstärke, Luftströmungen und so weiter.

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