Zahlungs-Verzug

Mutter mit Kind (8) das Wasser abgestellt

Laut einer UN-Resolution aus 2010 ist Trinkwasser „ein Menschenrecht, das unverzichtbar für den vollen Genuss des Lebens und aller Menschenrechte ist“. Umsonst gibt es dieses Menschenrecht aber nicht. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Zweibrücken. Die Stadt verweist auf die Zuständigkeit der Stadtwerke. Die wollen trotz der Hitzeperiode keine Ausnahme machen. Denn vor einer Abschaltung werde mehrfach gemahnt.

Ein kühles Glas Wasser, beim Duschen den Schweiß vom Körper waschen – das tut gut. Besonders derzeit, wo das Thermometer seit vielen Tagen schon weit über die 30-Grad-Marke klettert. Doch was so selbstverständlich klingt, ist für eine junge Zweibrückerin und ihren achtjährigen Sohn seit dem 23. Juli nur noch ein Traum – denn die Stadtwerke haben ihnen das Wasser abgestellt.

Formell, das ist unstrittig, aus gutem Grund – denn die Frau hat ihre Wasserrechnungen nicht gezahlt. Das räumt auch der engagierte Bürger ein, der den Merkur am Donnerstagabend über den Fall informierte. „Aber ein Kind, das bei dem Wetter kein Wasser hat – das ist unvorstellbar“, sieht der Bürger einen Verstoß gegen die grundgesetzlich geschützte Würde des Menschen. Auch die Toilettenspülung funktioniert ohne Wasser nicht.

Grund der Sperrung ist ein Zahlungsrückstand von 183,20 Euro, einschließlich Sperrgebühren und Fahrtkosten beträgt die letzte ungezahlte Stadtwerke-Rechnung 260 Euro.

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