Wegen vorheriger Verurteilung

Vergewaltigungs-Prozess: Verfahren gegen jungen Pirmasenser eingestellt

Der Auftritt des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers im Zeugenstand des Landgerichts Zweibrücken sorgte für Irritationen. FOTO: Rainer Ulm

Zweibrücken/Pirmasens .

Es war ein kurzer Prozess: Die Erste Strafkammer des Landgerichts Zweibrücken hat am Dienstag das Strafverfahren gegen einen 23-jähriger Pirmasenser eingestellt – bereits am zweiten Verhandlungstag. Die Staatsanwaltschaft hatte dem jungen Pirmasenser zum Prozess­auftakt am 26. November Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen. Demnach soll er im Frühsommer 2018 in seiner Pirmasenser Wohnung einen zunächst einvernehmlich begonnenen Geschlechtsverkehr mit einer heute 19-jährigen Frau gegen deren ausdrücklich geäußerten Willen mit Gewalt fortgesetzt und sie dabei verletzt haben (wir berichteten).

Die Staatsanwaltschaft beantragte nun die Einstellung des Verfahrens, weil die zu erwartende Strafe in keinem Verhältnis zu seiner Vorverurteilung stehen würde – der 23-Jährige war im November 2018 wegen Drogenhandels zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Sogar ein Freispruch wäre nach den Erkenntnissen aus der Auftaktverhandlung vor einer Woche nicht ausgeschlossen gewesen. Und so bezeichnete der Verteidiger des 23-Jährigen, der Pirmasenser Anwalt Rainer Fuchs, den Einstellungs-Beschluss der Kammer auch als „salomonische Entscheidung“.

Vor allem deshalb, weil es erhebliche Zweifel daran gab, ob es seinerzeit tatsächlich zu einer Vergewaltigung gekommen war. Nicht nur die 18-jährige Ex-Freundin des mutmaßlichen Vergewaltigungsopfers hatte im Zeugenstand den Wahrheitsgehalt der Angaben der 19-Jährigen infrage gestellt. Die Vergewaltigung habe sie „erfunden“, weil sie „Aufmerksamkeit bekommen wollte“, sagte die junge Frau am ersten Verhandlungstag aus.

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