Motorsportevents am Zweibrücker Flughafen

„Kreis verbreitet Falschinformationen“

2016 (Bild) und 2017 durfte der MSC Schiffweiler seinen Motorsport-Tag am Triwo-Flugplatz Zweibrücken noch durchführen. FOTO: Sebastian Dingler

Zweibrücken. Die Triwo ist sauer auf die jüngsten Darstellungen aus Pirmasens bezüglich nichtgenehmigter Motorsport-Veranstaltungen am Flugplatz Zweibrücken. Künftig will auch die Triwo deshalb darauf bestehen, Gespräche mit der Kreisverwaltung schriftlich zu protokollieren.

Die Flughafeneigentümerin Triwo AG reagiert verschnupft auf die Darstellung der Kreisverwaltung Südwestpfalz zum Genehmigungstrubel für Motorsportveranstaltungen. Und auch hinsichtlich der Kommunikation ist man unzufrieden, wie Triwo-Sprecher und Vorstandsassistent Dennis Müller gestern auf Merkur-Anfrage verdeutlichte. Denn der Landkreis habe gegenüber den Medien „erhebliche Falschinformationen“ über die Triwo verbreitet.

Konkret geht es etwa um den Vergleich der Triwo-Standorte Zweibrücken und Mendig durch die Kreisverwaltung Südwestpfalz. Deren Pressesprecher Thorsten Höh hatte nahegelegt, dass die für Mendig zuständige Kreisverwaltung Mayen-Koblenz wegen fehlender immissionsrechtlicher Genehmigung der dortigen Kfz-Teststrecke von sich aus eingeschritten sei und Motorsportveranstaltungen in Mendig untersagt habe. Rückendeckung durch ein Urteil des Verwaltungsgericht Koblenz inbegriffen. „Wenn in Kenntnis dieser Sach- und Rechtslage“ die Triwo trotzdem Absprachen mit Motorsport-Veranstaltern für ihr Zweibrücker Gelände treffe, „trägt (die) Triwo auch für die Folgen alleine die Verantwortung“, kritisierte die Kreisverwaltung Südwestpfalz in ihrer Pressemitteilung. Das heißt, sie fühlt sich im aktuellen Zweibrücker Fall voll im Recht: Hier verbietet man kurz gesagt der Triwo vier laut Bundesimmissionsschutzgesetz (BImschG) eigentlich genehmigungsfreie Motorsport-Veranstaltungstage, weil ein BImschG-Genehmigungsverfahren für die generelle Freigabe solcher Events läuft (wir berichteten).

Laut Dennis Müller von der Triwo sind die Fälle aber nicht vergleichbar. In Mendig habe die Kreisverwaltung den Antrag anders als hier genehmigt, Anlieger hätten dann dagegen geklagt. Und das zu Recht, weil die bauplanungsrechtliche Genehmigung gefehlt habe. Eine Formalität, so Müller. In dem Konversionsprojekt habe es einen Bebauungsplan gegeben, die Triwo als Eigentümer hatte dessen Planreife formal nicht akzeptiert. Nachdem sie das nachgeholt habe, sei die Genehmigung erteilt worden, schildert Müller. „Am Flugplatz Mendig sind und waren wir anders als in Zweibrücken auch nicht selbst Betreiber der Teststrecke. Wir sind nur Eigentümer. Die Rolle unserer Testcenter GmbH hat in Mendig ein Mieter inne“, stellt er einen zweiten wesentlichen Unterschied heraus. „Beim damaligen Gerichtsverfahren waren wir beigeladen, um eingebunden zu sein in der Frage, ob sich dieser Mieter im Rahmen der rechtlichen Vorgaben bewegt.“ Um die im Fall Zweibrücken zentrale Frage, ob während eines laufenden BImschG-Verfahrens der BImschG-Freifahrtschein für bis zu vier Veranstaltungstage jährlich nicht anwendbar ist, ging es beim Urteil des Verwaltungsgericht Koblenz also gar nicht.

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