Klassik in Jeans und Kneipen

Die neue Zweibrücker Reihe „Klassik nah dran“ orientiert sich auch am Erfolgskonzept von Star-Geiger David Garrett: Mit Klassik im unklassischen Stil, zum Beispiel in zerrissenen Jeans, ein neues Publikum erschließen. Foto: Christian Charisius/dpaFOTO: Christian Charisius/dpa

Zweibrücken. Anfang 2017 startet in Zweibrücken eine neue Konzertreihe: „Klassik nah dran“. Mit dem innovativen Konzept möchte Kulturamtsleiter Thilo Huble junge Leute in Klassik-Konzerte bringen – mit Crossover-Elementen und in ungewohnt lockerem Ambiente und Stil.

Graue Haare, förmliche Kleidung - so sieht ganz überwiegend das Publikum bei Klassik-Konzerten aus. Für Jugendliche ist das oft eine zusätzliche Hemmschwelle, die sie von Konzertbesuchen abhält. Die Stadt Zweibrücken wagt deshalb ein Experiment, um junge Leute für Klassik-Konzerte zu begeistern, hat der Pfälzische Merkur erfahren.

Die neue Reihe "Klassik nah dran" allerdings bietet kein "klassisches" Klassik-Konzert-Ambiente - im Gegenteil. Kulturamtsleiter Thilo Huble hat gestern auf Merkur-Anfrage die Pläne bestätigt und erste Details zu der Reihe genannt, die voraussichtlich im kommenden Februar oder März starten wird. Huble: "Geplant sind Konzerte von jungen Musikern in Jeans und T-Shirt" - der Star-Geiger David Garrett hat es mit solchem Outfit geschafft, Klassik auch für ein breites Publikum attraktiv zu machen. Als Konzertorte plant Huble "Zweibrücker Kneipen wie das Erdgeschoss oder ähnliche Locations, wo junge Leute sowieso oft hingehen - wir erwarten nicht, dass junge Leute in als angestaubt empfundene Locations kommen."

Auch die Musik soll nicht nur rein klassisch sein, sondern "Crossover", das heißt Klassik mit populäreren Musikstilen verknüpfen. Aufgrund des begrenzten Platzes in Gaststätten "werden natürlich keine Sinfonie-Orchester auftreten, sondern eher kammermusikalische Ensembles mit maximal vier, fünf Musikern", so Huble weiter.

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