Zweibrücker Tafel

„Erlösen können wir niemanden“

Rund 800 Personen werden derzeit von der Zweibrücker Tafel betreut. Das Bild stammt aus dem Jahr 2013. FOTO: Marco Wille

Zweibrücken. Die Zweibrücker Tafel unterstützt mit 46 Mitarbeitern 800 Menschen aus 14 Nationen. Keine Probleme wie in Essen.

Es ist immer donnerstags, am frühen Nachmittag, wenn sich vor der Canadastraße 32 in Zweibrücken die Menschentrauben bilden. Das Gebäude am Fasanerieberg gehört der Pfarrei Heilig Kreuz. Der Zeitpunkt markiert die Warenausgabe der Zweibrücker Tafel. Und die Menschen? Das sind Bedürftige, die auf Unterstützung angewiesen sind.

„Erlösen können wir hier niemanden. Die Tafel kann nur unterstützen, nicht versorgen“, sagt Annette Peetz – und klingt, als bedauere sie den Umstand. Peetz ist die Vorsitzende der Tafel Heilig Kreuz. Die Trägerschaft ist katholisch, die Tafel legt aber wert darauf, dass sie selbst konfessionsfrei ist. Betreut werden 345 Haushaltsvorstände, insgesamt rund 800 Personen. Nicht alle kommen zu jedem Termin in die Canadastraße. „Manchmal, weil zu Beginn des Monats noch Geld da ist. Zuletzt aber auch, weil es draußen so bitterkalt war“, sagt Peetz.

Manche Menschen kommen schon so lange in die Canadastraße, dass die Tafel für sie auch zum sozialen Treffpunkt geworden ist. Lange bevor die Warenausgabe beginnt, werden draußen vor dem Gebäude Bierbänke aufgestellt. Die Menschen tauschen sich aus – über Sorgen, Nöte, Träume. Die Spenden an die Tafel sind in den letzten Jahren konstant geblieben, dennoch sind die Güter knapp. „Wir sind eine Art Gemischtwarenladen, können nicht steuern, was wir anbieten“, sagt Peetz und ergänzt: „Aber wir versuchen unser Möglichstes, dass niemand komplett leer ausgeht. Es bekommt nicht jeder die Wurst oder den Käse, für den er angestanden hat. Aber zumindest ein Kaffeestückchen oder Gemüse.“

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