Streit um Windenenergie

Eine Windradzone mit vielen Fragezeichen

Die Windräder bei Hengstbach sind passé, auf der Weißen Trisch sollen sie offenbar unbedingt kommen – trotz Bedenken. FOTO: dpa / Jens Büttner

Zweibrücken. Während die Stadt das Projekt Buchwald abschreibt, will sie Windräder auf der Weißen Trisch trotz großer Einwände der Fachbehörden erlauben. Steht im Hintergrund schon EnBW in den Startlöchern? Heute entscheidet der Bauausschuss des Stadtrats.

Auch wenn Windräder bei Mittelbach-Hengstbach nicht kommen sollen, bleiben im Vorfeld der heutigen Bauausschusssitzung (Ratssaal, 17 Uhr) viele Fragen offen. Denn übrig bleibt die kaum minder umstrittene Konzentrationszone „Auf der Weißen Trisch“ bei Ernstweiler. An der will die Stadt laut Beschlussvorlage festhalten. Der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD) hatte darauf verwiesen, dass sich hier, anders als bei der Zone „Buchwald“ kaum Bürger im Anhörungsverfahren gemeldet hatten.

Doch die Fachbehörden meldeten sich. Etwa die Bundeswehr, die nicht zuletzt um die Flugsicherheit bangt. Oder das saarländische Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz, das auf erhöhte Lärmbelastung im Kontext mit den dort schon bestehenden Rädern hinweist. Oder der Zweibrücker Naturschutzbund (Nabu), der schon im Januar auf vielfältige Probleme bei der Begutachtung durch das Büro Argus Concept hingewiesen hatte (wir berichteten). Seine Kritik unter anderem: Dort wo die Räder hin sollen, verläuft ein Flugkorridor für Rotmilane. Auch das saarländische Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz greift den Punkt auf. Und selbst die Untere Naturschutzbehörde, der UBZ, meldet (nicht nur in dem Punkt) Bedenken an.

Als zwischen 2011 und 2013 schon einmal Windräder auf der Weißen Trisch geplant waren, hatte das Büro Argus Concept sie noch wegen der Tötungsgefahr für Rotmilane abgelehnt. Jetzt klingt das etwas anders. Argus erklärt unter Verweis auf die Erkenntnisse aus dem Bundesimmissionsschutz-Verfahren zu dem auf Homburger Seite errichteten Windpark zwar wieder, dass Windräder negative Folge für Feldlerchen, Wachteln, Rot- und Schwarzmilane haben dürften. Es fordert auch „detaillierte avifaunistische Untersuchungen sowie ggf. Aktionsraumanalysen“ etwa für die Milane. Allerdings erst später, auf der Ebene der Genehmigungsplanung. Wenn also ein Investor da ist und einen konkreten Bau beantragt hat.

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