Was tun gegen Klimawandel?

Zweibrücken ruft keinen Klimanotstand aus

Fast 40 Grad wurden diesen Sommer in Zweibrücken gemessen – ein heißes Thema auch für die Stadtpolitik.FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst

Zweibrücken. Stadt setzt stattdessen auf landesweites Ökologie-Projekt. Die drei größten Ratsfraktionen plädieren für Taten statt Symbolpolitik

Hitzerekorde, extreme Dürre und immer wieder Unwetter prägen das Wetter der vergangenen Jahre. Konstanz war deshalb die erste deutsche Stadt, die im Mai 2019 offizell den „Klimanotstand“ ausrief. Innerhalb weniger Wochen sind zahlreiche Kommunen und Kreise, darunter Saarbrücken, Heidelberg und Wiesbaden, dem gefolgt. Auch Mainz und Landau wollen noch in diesem Monat erstmals in Rheinland-Pfalz einen entsprechende Beschluss verfassen.

Mit dem Ausrufen des Klimanotstandes erkennen die Kommunen offiziell an, dass es eine Klimakrise gibt und mehr getan werden muss, um sie zu begrenzen. Künftige Vorhaben – wie der Bau einer Wohnsiedlung oder die Einrichtung einer Busspur – sollen darauf abgeklopft werden, welche Folgen sie für das Klima haben. Allerdings handelt es sich dabei um eine reine Absichtserklärung: Wie und wann die Kommunen diese freiwillige Selbstverpflichtung umsetzen, ist ihnen überlassen. Es gibt weder Vorgaben noch eine Kontrollinstanz.

In Zweibrücken steht eine solche Verpflichtung nicht auf der Tagesordnung, wie Stadtsprecher Heinz Braun auf Merkur-Anfrage berichtet. „Wir beteiligen uns an dem dreijährigen Projekt ,Klimawandel-Anpassungs-Coach RLP der Stiftung für Ökologie und Demokratie“, macht Braun aber deutlich, dass die Rosenstadt das Thema durchaus sehr ernst nehme. Während der Projektlaufzeit würdenrheinland-pfälzische Kommunen unterstützt und begleitet, wenn sie Klimawandelanpassungs-Konzepte aufstellen. Für Zweibrücken sei auch der Deutschen Wetterdienst (DWD) mit dabei. Der DWD wird Klima-Messungenn in der Stadt vornehmen. Wenn die Wetterlage stabil bleibt, werden an zwei Tagen im August jeweils drei Messfahrten jeweils vor Sonnenaufgang, in der Mittagshitze und nach Sonnenuntergang vorgenommen. Dabei werden in der Höhe von 70 Zentimeter und zwei Meter sowohl die Temperatur als auch die Feuchtigkeit erfasst. Außerdem wird auf dem Herzogplatz für drei Tage eine stationäre Messstation aufgebaut.

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