Bahn-Reaktivierung rückt näher

Fährt bald wieder ein Zug auf der Bahnstrecke zwischen Homburg und Zweibrücken? Foto: Wolf/pmaFOTO: Wolf/pma

Zweibrücken. Ungewohnte Einigkeit kurz vor Weihnachten: Das Saarland und Rheinland-Pfalz haben sich darauf verständigt, die in der Pfalz lang ersehnte Reaktivierung der S-Bahn-Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken voranzutreiben. Doch einige Hürden gilt es noch zu nehmen.

Der Streuselkuchen der Bundestagsabgeordneten Anita Schäfer (CDU ; wir berichteten) hat offenbar Wunder gewirkt: Das Saarland und Rheinland-Pfalz wollen die Bahn-Strecke zwischen Homburg und Zweibrücken wiederbeleben. Das ist das gestern verkündete Ergebnis eines Ministertreffens am Dienstagabend in der Zweibrücker Fasanerie. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Volker Wissing (FDP ) und sein Saar-Pendant Anke Rehlinger (SPD ) bringen zunächst die Entwurfsplanung für die S-Bahn-Verbindung zusammen voran. Das beinhaltet die Ermittlung der Kosten sowie die Ausarbeitung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren . Eine hierfür notwendige Planungsvereinbarung mit der Deutschen Bahn (DB) wolle man auch verhandeln. Im Januar 2017 wollen sich beide Minister das letztendliche Okay ihrer Kabinette für diesen Vertragsabschluss holen. All das zusammengenommen sei ein "entscheidender Schritt", betonen beide in der gemeinsamen Mitteilung weiter.

Wissing wertet das Ergebnis als "guten Jahresabschluss" und geht auf Merkur-Nachfrage davon aus, dass es weder in seinem, noch im Saar-Kabinett Probleme geben wird. Rehlingers Sprecher Wolfgang Kerkhoff vermittelt auf Nachfrage den gleichen Eindruck. Man wisse, was beide Seiten wollten. Das grundsätzliche Ja sei laut Wissing da. Und auch zur konkreten Umsetzung gebe es auf Fachministerebene jetzt "keinen weiteren Klärungsbedarf". Wissing: "In allen zentralen Punkten sind wir uns nahe gekommen. Die Gespräche sind so gut gelaufen, dass beide Seiten davon überzeugt sind, eine Zustimmung ihrer Ministerräte zu bekommen." Wegen seiner grundlegenden Bedeutung müsse das Thema dort nochmal abgesegnet werden.

Jahrelang hatte die Saarbrücker Regierung das von Rheinland-Pfalz forcierte Projekt ausgebremst. Eine Grundskepsis ist offenbar auch jetzt noch da. Zwar war bei der Vorplanung der Maßnahme ein Kosten-Nutzen-Faktor von 1,2 herausgekommen, ein Wert über eins ist die Voraussetzung weiterer Planungsschritte. Sollte bei der nun folgenden Planung und einer Neuberechnung dieses Quotienten ein Wert unter eins herauskommen, sei das ein "Killerargument" für die Reaktivierung. Dann fielen laut Kerkhoff nämlich auch die Bundesfördermittel dafür weg. Derweil schauten die Saar-Bürgermeister und -Landräte zu Recht ganz genau hin, wie Mittel für Infrastrukturprojekte verwandt werden, weiß auch Kerkhoff. Die Haushaltsvorsorge habe man weiter im Blick. In einer Pressemitteilung hatte am Montag der Neunkircher Oberbürgermeister Jürgen Fried (SPD ) dafür plädiert, von der Reaktivierung der S-Bahn Homburg-Zweibrücken Abstand zu nehmen. Fried: "Sinnvoller wäre es, das Geld in die saarländische Bahninfrastruktur zu investieren, zum Beispiel durch die bessere Anbindung der zweitgrößten Stadt Neunkirchen an das Fernnetz über die Direktanbindung an den Verkehrsknotenpunkt Mannheim."

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