Bauamt: Investor kannte die Artenschutzbestimmungen

Nach Ärger über Baumfällungen: Rodungsarbeiten fortgesetzt

Das Baugrundstück am vergangenen Freitag – fotografiert von einer Anwohnerin, die wegen der Baum- und Hecken-Fällungen den Merkur informiert hatte und empört von auf der Suche nach ihren Nestern umherirrenden Vögeln berichtet hatte. FOTO: Sabine Paasch

Zweibrücken. Wohnpark am Fasanerieberg: Untere Naturschutzbehörde verhängt vergeblich Baustopp gegen Bauträger-Firma und kündigt weitere Sanktionen an.

Nach dem Merkur-Bericht vom Samstag, wonach die Untere Naturschutzbehörde (UnB) wegen mutmaßlich illegaler Baum -und Hecken-Fällungen für den „Wohnpark am Fasanerieberg“ in der Zweibrücker Quebecstraße Sanktionen prüft, habe der Bauherr sogar noch weiteres Gebüsch gerodet. Das berichtete gestern UBZ-Chef Werner Boßlet auf Merkur-Nachfrage.

Die beim Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken angedockte UnB habe am Montagmorgen einen Baustopp verhängt, um weitere Rodungen zu verhindern – doch als Mitarbeiter am Vormittag das Gelände kontrollierten, hätten sie festgestellt, dass der private Investor „das Gelände jetzt ganz hat räumen lassen“: Es seien auch noch die letzten Hecken gerodet worden, die am Freitagnachmittag noch gestanden hätten.

Boßlet kündigte an, seine UnB werde nun weitere Sanktionen verhängen und sich dazu dem Ordnungsamt kurzschließen. Dem Bauherrn sei bewusst gewesen, dass die Fällungen rechtswidrig waren, betonte Boßlet verärgert. Sogar die Obere Naturschutzbehörde bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Neustadt (SGD Süd) habe den Bauherren mit Schreiben vom 25. April informiert, dass er eine Ausnahmegenehmigung beantragen und dafür ein Gutachten einreichen müsse, wenn er während der naturschutzgesetzlich geschützten Brutzeit von von März bis September roden wolle, berichtete.

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