Reifenberg

„Knibbeln“ für den großen Tag

Die Vorbereitungen zur Kerb in Reifenberg laufen. FOTO: Norbert Schwarz

Reifenberg. In Reifenberg freuen sich alle auf die Kerb in der kommenden Woche.

Das Kirchweihfest, auf gut Pfälzisch „die Kerb“, wird dieses Wochenende neben Hengstbach im Stadtteil Mittelbach-Hengstbach, auch auf der Sickingerhöhe in Reifenberg gefeiert. Eines haben die Feiernden dabei gemeinsam: Sie dürfen sich im Stadtteildorf ebenso wie in der Ortschaft mit dem weithin bekannten Wahrzeichen, der Kriegergedächtniskapelle, auf eine zünftige Kerwerede nach langer Enthaltsamkeit freuen.

„Wir werden es schon zünftig krachen lassen“, gibt sich Industriekaufmann-Azubi Elena Neff aus Reifenberg voll überzeugt. Als Schülerin schnupperte sie vor etlichen Jahren schon einmal ins Geschehen bei den Straußmädels und Straußbuben hinein, dann allerdings war es aus und vorbei gewesen mit der alten Dorftradition, die natürlich auch in Reifenberg so hochgehalten wurde, wie es nur irgendwie ging. Denn eine Kerwe ohne bunten Kerwestrauß, Straußmädels und Straußbuben, das sei nun halt mal nur eine „halbe Kerwe“, meinen viele aus den Altersgruppen, die vor Jahren schon urige Kerwetage erlebten. Ob die Jugend jetzt gleich bei ihrem ersten Auftritt so auf Anhieb daran wieder anknüpfen kann? „Wir geben unser Bestes“, sagt Elena Neff hoffnungsfroh und ist sich sicher, wenn es irgendwo klemmt, dann werde man schon von den erfahrenen Ex-Straußmädels und Ex-Straußbuben die notwendige Unterstützung bekommen. Mit dem Schmücken des Kerwestraußes jedenfalls sind die sieben Jungs und zwei Mädels schon seit etlichen Wochen beschäftigt. Ort des Geschehens wollen sie mehr oder weniger geheimhalten, schließlich sei es in der Vergangenheit schon öfter vorgekommen, dass urplötzlich an Kerwesonntag der Kerwestrauß fehlte, weil die Straußmädels und Straußbuben denen aus der Nachbarschaft unbedingt einen Schabernack spielten wollten. Elena Neff: „Im Rosendorf Schmitshausen wird ja übernächstes Wochenende die Kerwe gefeiert und eigentlich besteht ja zwischen den beiden Ortschaften nicht unbedingt eine solche Feindschaft, dass die uns vielleicht den Kerwestrauß stibitzen wollten. Doch sicher ist sicher, deshalb wird unser Aufbewahrungsort gut gesichert und insbesondere nicht in der Presse preisgegeben.“

Nach altem Brauch wurde das Schlagen der Fichte verständlicherweise ordentlich gefeiert und allein beim „Knibbeln“ der vielen bunten Bänder habe es jede Menge Spaß gegeben. Mit alten Geschichten, ein wenig Dorftratsch und ähnlichem. Bei der Pizzeria im Ort würde dann auch immer etwas zum Futtern geholt, denn die Arbeit strenge schon an, erzählt Elena Neff frei heraus. Auf jeden Fall hat sich die neunköpfige Kerwecrew allein schon mit dem Herausputzen des Kerwestraußes viel Mühe gegeben. Ein Stutzen der Äste war notwendig, mit grünem, engmaschigem Draht wurde der Baum umwickelt. Dieses Drahtgerippe ist das Fundament für die Tausenden von Bändchen, die jetzt in der Feierabendzeit am Baum befestigt werden und ihn zu einem vielbewunderten Kerwestrauß machen. Das fertige Baumgewicht wird die Arbeit des Befestigen an der Giebelwand des SC-Sportheimes nicht gerade erleichtern. Allerdings, für diesen Fall sei auch schon Vorsorge getroffen, versichern die Straußmädels und Straußbuben.

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