Raps und Wintergerste

Kein Grund zum Klagen über die Ernte

Die Erträge bei der Wintergerste sind zumindest in unserer Region durchschnittlich bis gut. Das sieht auch Steffen Sewohl, Bauer mit Leib und Seele in Battweiler, so. FOTO: Norbert Schwarz

Battweiler/Großsteinhausen/Winterbach/Mauschbach. Die Landwirte im Zweibrücker Land sind mit den bisherigen Erträgen ziemlich zufrieden.

Nein, die kläglichste Ernte seit mehr als 20 Jahren, wie die Prognosen aus Nord- und Ostdeutschland lauten, wird es im Zweibrücker Land nicht geben. Das ist spätestens seit dem Abernte der Wintergerste, die inzwischen schon überall vom Halm ist, klar. Vielfach gab es gute, zumindest jedoch durchschnittliche Erträgen bei den hauptberuflichen Landwirten, sagt Uwe Bißbort, Vorsitzender des Kreisbauernverbands Südwestpfalz.

„Wie sich die Ernte jetzt weiter entwickelt muss noch einige Tage abgewartet werden. Der Raps ist an der Reihe und wer Raps anbaut weiß von Anfang an, welches Risiko damit eingegangen wird. Nicht allein wegen der Tatsache, dass Rapsanbau, egal wie, sehr arbeits- und kostenintensiv ist.“ Davon kann auch Juniorchef Steffen Sehwohl aus Battweiler ein Lied singen, der bei seiner Anbaufläche schon „Gummischoten“ ausgemacht hat und deshalb den Mähdrescher noch abgedeckt auf demHof stehen ließ. Der Begriff „Gummischote“ zwing natürlich den Laien zur sofortigen Nachfrage, und Sewohl beschreibt das Bild auf dem Rapsfeld so: „Beim Raps sieht man oft oben schon aufgeplatzte Schoten, also ein untrügliches Zeichen für die Fruchtreife.“ Doch die Schoten „eine Etage tiefer“ seien oftmals noch grün und erwiesen sich dann beim Ernten als „Gummischote“. Für den Landwirt gilt es in solchen Fällen zu entscheiden, ob man das Aufplatzen von reifen Schoten und damit den Verlust eines Teils der Ernte abwartet.

Für den Seniorchef des Hofes, Wilfried Sehwohl, ist deshalb der Rapsanbau fast in jedem Jahr ein Vabanquespiel: „Raps ist von der Jungpflanze bis zur Ernte empfindlich. Wäre da nicht der Gedanke der Fruchtfolge, wir würden gern darauf verzichten.“

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