Spar-Euro überreicht

Käshofen erhält in Mainz den „Spar-Euro“

Das Bürgerengagement in Käshofen ist groß. Wie hier beim Ausbau des Dorfplatzes zwischen Dorfgemeinschaftshaus und Multifunktionshalle. FOTO: Norbert Schwarz

Käshofen. Das Engagement der Käshofer für ihren 700-Seelen-Ort auf der Sickingerhöhe ist sprichwörtlich. Am Montag bekam eine Delegation des Dorfes mit Ortsbürgermeister Klaus-Martin Weber an der Spitze in Mainz dafür eine Auszeichnung.

Der Bund der Steuerzahler würdigte den ehrenamtlichen Fleiß der Käshofer mit einem „Spar-Euro“ (wir berichteten).

Hintergrund: Der Bund der Steuerzahler hatte zusammen mit dem Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz einen Wettbewerb ausgelobt. Es ging darum, Gemeinden, die sich in finanzpolitischen Fragen besonders kreativ zeigen, zu würdigen. Auch Trier und der Landkreis Ahrweiler erhielten in Mainz den „Spar-Euro“, überreicht durch den früheren FDP-Wirtschaftsminister und heutigen Präsidenten des Bundes der Steuerzahler, Rainer Brüderle. Überreicht wurde den Preisträgern ein Glaspokal, in welchen eine Ein-Euro-Münze eingelassen ist. Diese Münze wird von einem blauen Band ringförmig umrankt. Entscheidend für die Berücksichtigung Käshofens durch die Jury war die Tatsache, dass das Dorf, das auf keine besondere Finanzkraft verweisen kann, seit mehr als einem Jahrzehnt schuldenfrei ist und sich die Dorfbewohner, gleich welchen Alters, beispielgebend für die Gemeindebelange einsetzen und so dabei helfen, Geld zu sparen.

Das 1977 errichtete Dorfgemeinschaftshaus von Käshofen spielt im Leben der Bürger und der vielfältigen Vereinsarbeit eine zentrale Rolle. So können alle Dorfvereine kostenfrei die Einrichtung nutzen. Umgekehrt werden die vom extra gegründeten Förderverein zur Unterhaltung des Dorfgemeinschaftshauses erwirtschafteten Einnahmen für die Unterhaltung und Modernisierung der Einrichtung verwendet. Das Dorfgemeinschaftshaus wurde unlängst mit einem Vorratsraum (Stauraum für Sportgeräte, Stühle und Tische) erweitert. 350 freiwillige Arbeitsstunden wurden beim Anbau geleistet. Das mit 52 000 Euro veranschlagte Projekt konnte dank vieler fleißiger ehrenamtlicher Helfer jedoch weitaus kostengünstiger realisiert werden. Mit 11 000 Euro wurde die Gemeindekasse belastet. Vom Land gab es einen Zuschuss in Höhe von 23 000 Euro, der TTC steuerte 7000 Euro bei, die Daniel-Theysohn-Stiftung beteiligte sich mit 4000 Euro an der Finanzierung des Vorhabens. Über 1000 Arbeitsstunden leisteten die Dorfbewohner beim Gestalten des Dorfplatzes direkt beim Dorfgemeinschaftshaus. Der Platz ist zugleich eine Verbindung zur Multifunktionshalle im hinteren Grundstücksbereich. Sie kostete 2012 47 000 Euro, mit 700 Arbeitsstunden trugen auch hier die Helfer ganz wesentlich dazu bei, dass die Entstehungskosten nicht zu einer finanziellen Belastung für die Gemeinde wurden.

top