Kerwe in Schmitshausen

Von Unkraut und Ehrenbürger-Kritik

Viel Arbeit steckt hinter dem Werk, das die Straußmädels und Straußbuben schufen. Sie fertigten jetzt für dier Kerwe einen mächtigen Kerwestrauß, wie im Bild zu sehen ist.FOTO: Norbert Schwarz

Schmitshausen. In Schmitshausen wurde bei der Kerwerede die jüngere Dorfgeschichte aufgerollt.

(cos) Das Grobe für die Männer, das Feine für das weibliche Geschlecht. Die Rollenverteilung ist im Rosendorf Schmitshausen ein offenes Geheimnis. Während Jannik und Co den Riesenkerwestrauß mit ganzer Manneskraft durch den Ort schleppen, schmückt sich das Rednerinnen-Trio mit Sarah Klein, Nadja Seul und Laura Schwarz mit ihren schneeweißen Zylinderhüten und haut bei der Kerwerede vor einer großen Zuhörerschar mächtig auf die Pauke. Erstmals wird die Straußjugend bei ihrem Zug durchs Dorf von einer Guggenmusikband begleitet.

„Ihr liewe Leid und Kerwegäschd, no em Johr Dornröschenschlaf hamma widda unser heilich Feschd…“ Dabei liebt die Betonung auf „heilig“, den fürwahr, die Kerwe ist in und bleibt im Rosendorf ein ganz besonderes Ereignis. Nach einjähriger Zwangspause, das war klar, waren in diesem Jahr alle Straußmädels und Straußbuben mächtig voll da und das Rednerinnentrio, na klar, wusste viel darüber zu berichten, was in diesem und dem vorletzten Jahr im Rosendorf so alles geschah.

Da wurde nämlich nicht allein über die vielen Episoden der Straußmädels und Straußbuben berichtet, nein, es kam auch die Kunde bei allen an von dem Mann am Ort, der „beim Mutterboden-Verschenke“ sofort tritt auf die Brems. Mutterboden gab es also gratis, beim Golfplatz auf der anderen Seite vom Berg und damit wollte ein junger Familienvater dem Ort an Stelle von Rosen ein sattes Grün präsentieren. Doch was dieser „Profi-Gärtner“ zum Anfang nicht wusste, im Mutterboden war Samen von Hirse-Unkraut versteckt. Statt sattem Grün gab es Unkraut en mass. Und die Losung in der Kerwerede war klar: „Kühn, fer die Zukunft merkschde der bitte mol ens, wenn irgendwo e Schild steht Mudderbodde zu verschenke, tret bidde net uff die Brems. Hättsschde mol rechter Rose gepflanzt wie jeder im Ort, do laaft uns auch wenigstens de Henkes net for.“

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