Auch Henkes-Kritik im Ortsgemeinderat angesprochen

Markus Schieler einstimmig Bürgermeister

Der Ortsgemeinderat Schmitshausen hat Markus Schieler als Bürgermeister wiedergewählt.FOTO: Norbert Schwarz

Schmitshausen. Der Gemeinderat hat beide Spitzenvertreter Schmitshausen einstimmig wieder in ihre Ehrenämter gewählt: Markus Schieler als Ortsbürgermeister und als Beigeordneten Andreas Schinke. Von der Möglichkeit, einen weiteren Ortsbeigeordneten zu wählen, machte der Rat keinen Gebrauch.

Bei der Wahl am 26. Mai hatten die Bürger mit Roberto Lenhard, Jürgen Hampel, Torsten Gries und Christian Kühn gleich vier neue Ratsmitglieder gewählt. Da es keine Parteilisten gab, entschieden allein die Bürger über die Zusammensetzung des Ortsgemeinderats. Kühn und Schinke hatten damals jeweils 133 Personenstimmen erhalten – fünf mehr als Schieler. Für den war es deshalb als gestandenen Demokraten eine Selbstverständlichkeit, den Ratskollegen Kühn und Schinke das Ehrenamt anzutragen. Newcomer Kühn habe jedoch sofort abgelehnt: Der Jungvermählte gründet eine Familie, zum Jahresende werden Zwillinge erwartet, das Eigenheim erfordert noch an Eigenleistung und zudem engagiert sich Kühn stark bei der örtlichen Löscheinheit. „Auf zu vielen Hochzeiten zu tanzen ist nicht mein Ding, berufsbedingt habe ich mit der Feuerwehr viel zu tun, wir müssen bei unserer neuen Feuerwehrbleibe im Rosendorf noch manches in Ordnung bringen und zudem hat Markus Schieler ausgezeichnete Arbeit geleistet, wie sich das ja auch im Wahlresultat widerspiegelt. Deshalb kommt eine Übernahme des Ehrenamtes für mich nicht in Frage“, erläuterte Kühn.

Schinke stand in der Wählergunst bereits 2014 ganz oben, doch schon damals kam für ihn das Bürgermeister-Amt nicht in Frage. Schinke sagte: „Berufsbedingt ließe sich das nicht vereinbaren. Als Beigeordneter klappte die Zusammenarbeit mit Markus Schieler ausgezeichnet, und daran wird sich gewiss auch künftig nichts ändern.“

Mit dem Schlagwort „Substanzerhalt“ umschreibt der nun in der zweiten Amtsperiode als Bürgermeister amtierende Schieler die Herausforderungen der Gegenwart. „Mit dem Internationalen Haus der Jugend haben wir eine Last übernommen, welche bildhaft gesprochen ein Klotz am Bein für unseren Ort ist. Statt Kameralistik ist im Haushalt nunmehr die Doppik bestimmend – wir sind gezwungen Abschreibungen zu erwirtschaften, obwohl in 30 Jahren mit Sicherheit niemand auf die Idee kommt, ein solches Haus nochmals zu schaffen.“ Die Abschreibungskosten beschnitte allerdings den finanziellen Spielraum: „Von freiem Gestalten kann deshalb im Rosendorf keine Rede sein. Wenn wir was bewegen wollen, dann nur in Eigenleistung. Die Bürger aber permanent für Arbeiten zu animieren – eine riesige Herausforderung weil ja jeder selbst den momentanen Zeitgeist in der Gesellschaft kennt und wir vor dieser Entwicklung einfach nicht die Augen verschließen können.“

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