Rockerklub im Visier der Polizei

Razzia beim Rockerclub „Osmanen Germania“

Lange Befanden sich die „Osmanen Germania“ im Visier der Behörden. Nun ist die Gruppierung bundesweit verboten. FOTO: dpa / Dieter Staniek

Höhr-Grenzhausen/Kaiserslautern. Die „Osmanen Germania“ sind in der Pfalz und in Koblenz aktiv. Nun ist die Gruppe bundesweit verboten worden.

Das bundesweite Verbot der rockerähnlichen Gruppe „Osmanen Germania BC“ hat auch Razzien in Rheinland-Pfalz ausgelöst. Die Polizei habe in Kaiserslautern und in Höhr-Grenzhausen im Westerwald Wohnungen und Geschäftsräume zweier mutmaßlich höherrangiger Mitglieder durchsucht, teilte das Innenministerium gestern in Mainz mit. „Die Durchsuchungen dienen dazu, Vereinsvermögen zu beschlagnahmen und die Vereinsstrukturen weiter aufzuklären“, sagte Innenstaatssekretär Günter Kern (SPD).

Die betroffenen Mitglieder des türkisch-nationalistischen Vereins „Osmanen Germania BC“ (Boxclub) stehen im Verdacht, dass sie führende Positionen und Aufgaben in der jetzt verbotenen Gruppierung hatten. An neun Mitglieder gingen dem Innenministerium zufolge Verfügungen von rheinland-pfälzischen Behörden für Verbote. Von Festnahmen war zunächst nichts bekannt. Das Landeskriminalamt ermittelt weiter.

In Rheinland-Pfalz sind den Sicherheitsbehörden nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur derzeit zwei Ortsgruppen – sogenannte Chapter – der „Osmanen Germania BC“ bekannt: eine in Koblenz, wo die Polizei sechs Mitglieder namentlich kennt, eine in Kaiserslautern mit fünf der Polizei bekannten Mitgliedern. In beiden Ortsgruppen gab es gestern Durchsuchungen. Das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt koordinierten die Aktionen.

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