Der Pirmasenser Rechtsanwalt Christian Zinzow als Verteidiger bat das Gericht um „ein mildes Urteil“ für seinen Mandanten, der „zwei Jahre in der Obdachlosigkeit gelebt“ habe. Das bei ihm gefundene Messer habe er nur zum Zerkleinern von Lebensmitteln dabeigehabt: „Er hat ja keine Zähne im Mund.“ In der Drogenszene könne das im Übrigen beschädigte Messer gar nicht als Waffe eingesetzt werden.

Das sah die Vorsitzende Richterin Susanne Thomas anders: „An der ganzen Geschichte ist nicht zu rütteln. Das Messer war im Rucksack. Und damit kann man sich verteidigen. Er (der Angeklagte) war ja oft allein draußen unterwegs.“ Sie hielt dem 46-Jährigen aber unter anderem zugute, dass er mit „wenig Professionalität“ vorgegangen sei und nur wenig Gewinn mit seinem Drogenhandel erzielt hätte. In ihrer Urteilsbegründung appellierte sie an den Pirmasenser: „Ich hoffe, dass Sie das (die Entziehungs-Therapie) durchstehen. Bleiben Sie dran!“

Verteidigung und Staatsanwaltschaft verzichteten unmittelbar nach dem Richterspruch darauf, Rechtsmittel einzulegen. Deshalb war das Urteil sofort rechtskräftig.

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