Gericht: „Notwehrähnliche Lage“

Viereinhalb Jahre Haft: Vater erschoss eigenen Sohn

Saarbrücken. Ein Vater muss nach den tödlichen Schüssen auf seinen Sohn viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Der 66-Jährige habe sich des Totschlags und des illegalen Besitzes einer Schusswaffe schuldig gemacht, urteilte das Landgericht Saarbrücken am Dienstag.

Der Saarländer hatte seinen Sohn Neujahr 2018 in Beckingen mit drei Schüssen getötet. Das Gericht ging von einem minderschweren Fall aus: Der Vater habe sich in einer „notwehrähnlichen Lage“ befunden. Der Sohn habe die Familie zuvor drangsaliert, sei durch den Drogenkonsum zunehmend aggressiv gegenüber seinen Eltern geworden. Im Geständnis hatte der Vater berichtet, der Sohn habe randaliert, sie bestohlen, beschimpft, bespuckt und bedroht, unter anderem dass er das Haus anzünde. Strafverschärfend floss in das Urteil ein, dass der Sohn „tatsächlich die Absicht hatte, zu töten“. Eine Notwehr-Handlung, bei der die Verteidigung kein Unrecht wäre, sah das Gericht nicht.

(dpa)
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