Premiere Flic Flac

Todesmutig in der Manege

Nichts für schwache Nerven: „Flic Flac“ präsentiert eine dreistöckige Menschen-Pyramide auf dem Hochseil. FOTO: BeckerBredel

Saarbrücken. Der „Circus Flic Flac“ feierte mit seiner neuen Show „Farblos“ in Saarbrücken Weltpremiere.

Mit seinem Kollegen, der auf seinen Schultern steht, rennt ein Kolumbianer über das Todesrad, ein riesiges, sich drehendes Stahlgestell. Alain Alegra schaukelt in 16 Metern Höhe auf einem wackligen Stuhl auf dem Washington-Trapez. Und die „Adrenalin-Troupe“ baut auf dem Hochseil gleich eine dreistöckige Menschenpyramide: Die Künstler des „Circus Flic Flac“ schaffen von Tour zu Tour immer wieder das eigentlich Unmögliche, nämlich ihre Leistungen noch mal zu toppen. Und das gelingt den über 35 Akteuren auch in der neuen Show „Farblos“ wieder, die am Donnerstag im ausverkauften Zelt auf den Saarbrücker Saarterrassen ihre Weltpremiere gefeiert hat.

Egal, wie hoch hinaus es in ihren Nummern ging – eins war allen Akrobaten gemeinsam: Sie waren immer ungesichert. „Stets führt unser Weg am Abgrund entlang“, tönt es dazu aus den Boxen. Im Gegensatz zu früheren Tourneen, bei denen die Musik fast ausschließlich aus düsteren Songs in Rammstein-Manier bestand, ist der Soundtrack zu „Farblos“ bunt gemischt und das Programm familientauglicher.

Viktar Shainhoha fliegt am Strapatenseil durch die Luft, dreht sich wie ein Hubschrauber bis unter die Zeltkuppel. Die Strapaten-Darbietung des Duo Turkeev erzählt dagegen eine Liebesbeziehung mit Höhen und Tiefen. Doch die beiden hängen im wahrsten Sinne des Wortes mit Händen und Füßen aneinander. Die ukrainischen Artisten waren bereits mit dem „Cirque de Soleil“ auf Tour. Und die Hochseil-Truppe „Adrenalin Troupe“ gewann dieses Jahr den „Silbernen Löwen“, der als Zirkus-Oskar gilt.

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