Schottergärten müssen nicht sein

Das Grün vor lauter Steinen nicht finden

Botanische Vielfalt im Steingarten zieht Erdhummeln und Wildbienen an und bietet ihnen auch Nistplätze.FOTO: Getty Images/ iStockphoto / OGphoto

Statt Schottergärten: Wie sich der Bereich vorm Haus ökologisch wertvoll gestalten lässt.

Als aufgeräumt, elegant und pflegeleicht lieben ihn die einen, als tot, teuer und deprimierend hassen ihn die anderen: An Schottergärten scheiden sich die Geister. Während sich ihre Fans über wie weggeblasene Rückenschmerzen und mehr Freizeit freuen, bemängeln ihre Kritiker, dass Insekten und Vögel darin weder Nahrung noch Lebensraum finden, und so Sommerhitze noch verstärkt wird. Doch vielleicht liegt die goldene Mitte näher als es scheint.

Die Saarbrücker Gartenplanerin Eva-Marie Ratius, zu deren Angebot auch Seniorengärten gehören, gibt in punkto Schotter gleich vorweg zu bedenken, dass solche Anlagen ebenfalls aufwendig sind. Auch wenn sie anfangs einfacher gepflegt werden können. Aber: „Nach ein paar Jahren kann ein Schottergarten sehr schmuddelig aussehen, vor allem, wenn Herbstlaub gefallen und zu Erde verrottet ist, und sich Unkräuter angesiedelt haben.“ Dann schaffen meist nur Unkrautvernichter oder eine komplette Sanierung Abhilfe – dabei ist das eine ökologisch schädlich, das andere verlangt Zeit und Geld.

Doch auch für Hausbesitzer, die sich im Garten nicht ständig krumm machen wollen oder können, gibt es Möglichkeiten, die weniger Aufwand verlangen und dennoch Lebensraum und bunte Ästhetik bieten. Statt eines sterilen Schottergartens kann Ratius eine Fläche mit Bodendeckerstauden und Gehölzen empfehlen. Niedrige Stauden wie Storchenschnabel, Kleines Immergrün oder Pfennigkraut unterdrücken unerwünschte Wildkräuter und können mit Gräsern ebenfalls zu einem pflegeleichten Beet anwachsen.

top