Stärkere Kooperation

„Wir arbeiten Hand in Hand zusammen“

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD, r.) kam am Dienstag nach Saarbrücken, um die weitere Zusammenarbeit mit der saarländischen Vize-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD), Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) und Finanzminister Peter Strobel (CDU, v. r.) zu besprechen. FOTO: Oliver Dietze

Saarbrücken. Das Saarland und Rheinland-Pfalz wollen stärker kooperieren – unter anderem im Strafvollzug und in der Forensik.

Das Saarland und Rheinland-Pfalz wollen ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen. Künftig will die Justizvollzugsanstalt (JVA) Saarbrücken beim Aufspüren von Drogen mit der JVA Wittlich kooperieren. Dabei geht es insbesondere um synthetische Drogen, die etwa auf Briefpapier geträufelt und an die Gefangenen geschickt werden. „Leider sind diese Drogen immer schwieriger zu erkennen“, sagte der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) nach einem Arbeitstreffen mit seiner Amtskollegin Malu Dreyer (SPD) am Dienstag. Mit einem Nanoscanner, einer Art Drogendetektor, den die JVA Wittlich Ende vergangenen Jahres angeschafft hatte, können diese Designerdrogen identifiziert werden. Künftig wird die JVA Saarbrücken Proben nach Wittlich schicken und testen lassen. Das Saarland wird für die Nutzung zahlen, ohne selbst ein Gerät anschaffen zu müssen – „eine klassische Win-win-Situation“, so Hans.

Geplant ist auch eine gemeinsame forensische Ambulanz im Universitätsklinikum Homburg unter der Leitung von Professor Wolfgang Retz. In der Ambulanz werden Patienten, die aus der forensischen Psychiatrie entlassen werden, betreut. „Das ist auch wichtig im Sinne des Opferschutzes, um zu verhindern, dass sie noch einmal zu Tätern werden“, sagte Hans. Die Ambulanz soll nicht nur für Fälle aus dem Saarland übernehmen, sondern auch aus der Westpfalz.

Die beiden Länder wollen sich zudem beim Bund dafür einsetzen, dass die Nahestrecke durchgehend elektrifiziert wird. Dies sei für das Saarland von Bedeutung, da über die Strecke Saarbrücken an Frankfurt angebunden sei, sagte Hans. Diesel-Loks hemmten den Verkehr auf der Strecke. Dass die beiden Nachbarländer keinen eigenen Ansprechpartner mehr bei der Bahn haben, ist den Regierungschefs ein Dorn im Auge. Einen eigenen Konzernbevollmächtigten für das Saarland und Rheinland-Pfalz gibt es nicht mehr, sie wurden Hessen zugeordnet. „Das finden wir nicht gut, wir brauchen einen Ansprechpartner, gerade wenn es um die Anbindung einer kompletten Region im Südwesten geht“, betonte Hans.

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