Saarländischer ESA-Astronaut trainiert Extremsituationen

Ausgangssperre – Für Maurer kein Problem

Der saarländische Esa-Astronaut Matthias Maurer. FOTO: dpa / Federico Gambarini

Saarbrücken. Präzise auf solche psychischen Extremsituationen ist das Training des ersten saarländischen Esa-Astronauten ausgerichtet.

In Deutschland wächst die Furcht. Und der Frust. Das Corona-Virus zwingt immer mehr Menschen im Saarland ins Home-Office und in häusliche Quarantäne. Und Ausgangssperren, wie sie bei unseren französischen Nachbarn flächendeckend gelten, können die Situation weiter verschärfen. Psychologen warnen vor den psychischen Folgen einer deutschlandweiten Corona-Quarantäne für Millionen. Das enge Zusammenleben in einer Wohnung auf unbestimmte Dauer, die Flut angstmachender, oft widersprüchlicher Informationen zu immer demselben Thema sorgen für Stress, auf den niemand von uns vorbereitet ist. Wie können wir damit umgehen?

Matthias Maurer weiß das ganz genau, denn präzise auf solche psychischen Extremsituationen ist das Training des ersten saarländischen Esa-Astronauten ausgerichtet, der demnächst zur Internationalen Raumstation fliegen soll. „Das ist Teil unserer Ausbildung.“ Sechs bis sieben Astronauten müssen auf der ISS in einem Raum, der etwa so groß wie die Passagierkabine eines Langstreckenflugzeugs ist, ein halbes Jahr lang arbeiten. Dort herrscht die totale Ausgangssperre. Das Privatleben eines Astronauten schrumpft „auf die Größe eines Wandschranks“, eine Kabine von einem mal einem Meter Grundfläche und zwei Metern Höhe. Und die ist weitgehend von einem Schlafsack ausgefüllt. Wenn sieben Astronauten in der ISS arbeiten, hat der siebte nicht einmal diese Schlafstelle. Statt einer Dusche gibt es feuchte Tücher. Und trotz all dieser Beschränkungen müsse das Team dort immer gut zusammenarbeiten. „Es darf keinen Lagerkoller geben.“

Auf diesen Psychostress werden Esa-Astronauten in einer Intensivausbildung („Human Behaviour and Performance Training“) speziell vorbereitet, berichtet Matthias Maurer. Sie werden in Höhlen eingeschlossen und in Forschungsstationen unter Wasser gesteckt, die noch sehr viel enger geschnitten sind als die ISS.

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