Pilotprojekt in Rheinland-Pfalz

Über Fußball Jungs fürs Lesen begeistern

Mainz. Bolzplatz, Smartphone, Spielkonsole – es gibt reichlich Zeitvertreib, den viele Jungs dem Schmökern vorziehen. Ein Projekt an Schulen soll nun Fußball und Lesen zusammenbringen.

Viele Jungen sind nach Auffassung von Experten schwerer für das Lesen zu begeistern als Mädchen. Eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest etwa betonte, dass neben der Bildung auch das Geschlecht einen starken Einfluss auf die Lesehäufigkeit hat. Mädchen zeigten eine höhere Affinität zu Büchern, konkret greife knapp jedes zweite Mädchen und nur jeder dritte Junge in der Freizeit regelmäßig zum Buch. In Rheinland-Pfalz geht es nun mit einem Pilotprojekt los, das Jungs für das Schmökern begeistern soll – mit Hilfe des Fußballs.

Nach Angaben der Stiftung Lesen mit Sitz in Mainz nimmt das Interesse an Büchern und Lesen vom Übergang der Grundschule zur weiterführenden Schule bei Kindern ab. Dieser Leseknick sei bei Jungen stärker ausgeprägt als bei Mädchen. Der Fachreferent für den Sekundarbereich beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Rheinland-Pfalz, Frank Handstein, sagte der Deutschen Presse-Agentur in Mainz: „Jungs sind eher auf Bewegung und Action getrimmt. Mädchen könnten sich noch eher auf ruhige, eigenkreative Tätigkeiten einlassen.“

Das zeigen auch Erkenntnisse einer weiteren Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest. Demnach lesen unter den Sechs- bis 13-Jährigen 16 Prozent überhaupt nicht in ihrer Freizeit. Mädchen zählen demnach mit 59 Prozent deutlich häufiger als Jungen (39 Prozent) zu regelmäßigen Lesern. Analog gibt es unter Mädchen (11 Prozent) viel weniger Nichtleser als bei Jungen (21 Prozent).

(dpa)
top